BVerfG, 06.07.2010 - 2 BvL 13/09 - Vereinbarkeit einer Nichtabziehbarkeit von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer gem. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b Einkommensteuergesetz (EStG) mit dem Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG; Auswirkung einer Nichtverfügbarkeit eines anderen als des häuslichen Arbeitszimmers für eine betriebliche oder berufliche Tätigkeit auf eine steuerliche Berücksichtigung von dafür getätigten Aufwendungen; Abweichung vom das Einkommensteuerrecht prägenden objektiven Nettoprinzip durch Begrenzung eines abzugsfähigen Aufwandes für ein ausschließlich betrieblich oder beruflich genutztes häusliches Arbeitszimmer; Voraussetzungen für eine Erforderlichkeit einer auf den Beginn des Anwendungszeitraums rückwirkenden gesetzlichen Neuregelung einer verfassungswidrigen Norm

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 06.07.2010, Az.: 2 BvL 13/09
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 06.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20601
Aktenzeichen: 2 BvL 13/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Münster - 08.05.2009 - AZ: 1 K 2872/08 E

Fundstellen:

BVerfGE 126, 268 - 286

AuA 2010, 536

AuR 2010, 433-434

AuR 2010, 396

AUR 2010, 396

AUR 2010, 433-434

BayVBl 2011, 142-143

BB 2010, 2157-2158

BB 2010, 1949 (Pressemitteilung)

BBK 2010, 743-744

BFH/NV 2010, 1767-1772

BGBl I 2010, 1157

BStBl II 2011, 318-324 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2010, 1674

DÖV 2010, 862

DS 2010, 291 (Pressemitteilung)

DStR 2010, 1563-1568

DStRE 2010, 1026-1027

DStZ 2010, 619-620

DVBl 2010, 1102-1106

EStB 2010, 279-280

FoVo 2010, 161-163

FR 2010, 804-808

GStB 2010, 295

HFR 2010, 981-984

KÖSDI 2010, 17100

KSR direkt 2010, 12

MBP 2010, 147

NJ 2011, 42-43

NJW 2010, 2643-2646

NWB 2010, 2516-2517

NWB direkt 2010, 842-843

NZA 2011, 396

NZM 2010, 632-636

RdW 2010, 553-557

StBW 2010, 673

StuB 2010, 596-597 (Pressemitteilung)

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZAP EN-Nr. 528/2010

ZWD 2010, 1-2

Verfahrensgegenstand:

Verfassungsrechtliche Prüfung,
ob durch die im Steueränderungsgesetz 2007 vom 19. Juli 2006 (BGBl I S. 1652) er-folgte Änderung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 EStG eine Regelung getroffen worden ist, die insoweit gegen den Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 Abs. 1 GG) verstößt, als der Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer auch dann nicht mehr möglich ist, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht,
- Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Finanzgerichts Münster vom 8. Mai 2009 - 1 K 2872/08 E -

Amtlicher Leitsatz:

Zur Berücksichtigung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer im Einkommensteuerrecht.

In dem Verfahren
...
hat das Bundesverfassungsgericht - Zweiter Senat -
unter Mitwirkung
der Richterinnen und Richter Präsident Voßkuhle, Broß, Osterloh, Di Fabio, Mellinghoff, Lübbe-Wolff, Gerhardt, Landau
am 6. Juli 2010
beschlossen:

Tenor:

§ 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b des Einkommensteuergesetzes in der seit Inkrafttreten des Steueränderungsgesetzes 2007 vom 19. Juli 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 1652) geltenden Fassung ist mit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar, soweit das Abzugsverbot Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer auch dann umfasst, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

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