BSG, 20.07.2010 - B 2 U 7/10 R - Beitragshaftung eines Bauunternehmers in der gesetzlichen Unfallversicherung bei der Zahlungsunfähigkeit eines beauftragten Nachunternehmers

Bundessozialgericht
Urt. v. 20.07.2010, Az.: B 2 U 7/10 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 20.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 28351
Aktenzeichen: B 2 U 7/10 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LSG Baden-Württemberg - 15.06.2009 - AZ: L 1 U 4301/08

SG Karlsruhe - 19.09.2006 - AZ: S 14 U 1220/06

Fundstellen:

Breith. 2011, 437-440

FA 2011, 95

NZS 2011, 515-517

SGb 2010, 588-589

Amtlicher Leitsatz:

Zur Bestimmung des geschätzten Gesamtwerts aller für ein Bauwerk in Auftrag gegebenen Bauleistungen im Rahmen der Beitragshaftung von Bauunternehmern ist auf den Inhalt des Werk- oder Dienstvertrags zwischen dem Bauherrn und dem Hauptunternehmer abzustellen.

in dem Rechtsstreit

Az: B 2 U 7/10 R

L 1 U 4301/08 (LSG Baden-Württemberg)

S 14 U 1220/06 (SG Karlsruhe)

................................. ,

Klägerin und Revisionsklägerin,

Prozessbevollmächtigter: .......................................... ,

gegen

Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft,

vertreten durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung ..........,

Hildegardstraße 29/30, 10715 Berlin,

Beklagte und Revisionsbeklagte,

Prozessbevollmächtigter: ........................................... .

Der 2. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 20. Juli 2010 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. M e y e r , die Richter Dr. B e c k e r und M u t s c h l e r sowie die ehrenamtlichen Richter S i l l e r und S t e i n

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin werden die Urteile des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 15. Juni 2009 und des Sozialgerichts Karlsruhe vom 19. September 2006 geändert. Die Verwaltungsakte der Beklagten vom 14. September 2005, 27. Oktober 2005 und 2. Dezember 2005 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 22. Februar 2006 werden aufgehoben.

Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits in allen Instanzen.

Der Streitwert wird für das Revisionsverfahren auf 814,12 Euro festgesetzt.

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