BGH, 20.01.2011 - IX ZR 123/10 - Mitwirkung an der Erledigung eines Verfahrens durch Rat des Verteidigers an seinen Mandaten des Schweigens zu dem erhobenen Vorwurf und Vornahme einer entsprechender Mitteilung an die Verwaltungsbehörde; Mitwirkung bei Offenkundigkeit des Nichtbegehens der vorgeworfenen Ordnungswidrigkeit unabhängig von der Einlassung des Betroffenen

Bundesgerichtshof
Urt. v. 20.01.2011, Az.: IX ZR 123/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 20.01.2011
Referenz: JurionRS 2011, 10308
Aktenzeichen: IX ZR 123/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG München - 28.07.2009 - AZ: 242 C 13744/09

LG München I - 22.12.2009 - AZ: 13 S 16880/09

Rechtsgrundlagen:

§ 84 Abs. 2 BRAGO

§ 105 Abs. 2 S. 3 BRAGO

§ 46 Abs. 1 OWiG

§ 170 Abs. 2 StPO

Nr. 5115 VV RVG

Fundstellen:

AGS 2011, 128-129

AnwBl 2011, 499-500

BRAK-Mitt 2011, 91

DAR 2011, 434-435

HRA 2011, 2-3

JurBüro 2011, 244-245

MDR 2011, 392-393

NJ 2011, 6

NJW 2011, 8

NJW 2011, 1605-1606

NJW-Spezial 2011, 187

NZV 2011, 4

NZV 2011, 337-338

RENOpraxis 2011, 130

Rpfleger 2011, 296-297

RVG prof 2011, 85

RVGreport 2011, 182-183

StRR 2011, 83

StRR 2011, 201-202 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)

VRR 2011, 118-119

VRS 2011, 23-25

ZAP 2011, 400

ZAP EN-Nr. 284/2011

zfs 2011, 285-286

Amtlicher Leitsatz:

RVG VV Nr. 5115 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2

Für die Mitwirkung an der Erledigung des Verfahrens kann es genügen, wenn der Verteidiger seinem Mandanten rät, zu dem erhobenen Vorwurf zu schweigen, und dies der Verwaltungsbehörde mitteilt. Dies gilt nicht, wenn unabhängig von der Einlassung des Betroffenen offenkundig ist, dass dieser die ihm vorgeworfene Ordnungswidrigkeit nicht begangen haben kann.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 20. Januar 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser,
die Richter Raebel, Dr. Pape, Grupp und
die Richterin Möhring
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil der 13. Zivilkammer des Landgerichts München I vom 22. Dezember 2009 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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