BGH, 16.06.2009 - XI ZB 33/08 - Anwendung des § 7 Abs. 1 Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) auf Rechtsstreitigkeiten wegen fehlerhafter Anlageberatung bei Fehlen einer Zulässigkeit des Stellens eines Musterfeststellungsantrags; Rechtsmittel gegen die Aussetzung von Verfahren bzgl. Rechtsstreitigkeiten wegen fehlerhafter Anlageberatung unter Berufung auf § 7 Abs. 1 S. 1 KapMuG; Zulässigkeit der sofortigen Beschwerde gegen den Aussetzungsbeschluss

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 16.06.2009, Az.: XI ZB 33/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 16.06.2009
Referenz: JurionRS 2009, 16232
Aktenzeichen: XI ZB 33/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 23.09.2008 - AZ: 29 O 7189/08

OLG München - 26.11.2008 - AZ: 5 W 2678/08

Rechtsgrundlagen:

§ 1 KapMuG

§ 7 Abs. 1 S. 1, 4 KapMuG

§ 252 ZPO

§ 567 Abs. 1 Nr. 1 ZPO

Fundstellen:

AG 2009, 577-579

AnwBl 2009, 194-195

BGHReport 2009, 1007-1008

DB 2009, 1591-1593

EWiR 2009, 653

GWR 2009, 250

MDR 2009, 1127-1128

NJW 2009, 2539-2541

NZG 2009, 869-871

VuR 2009, 383-384

WM 2009, 1359-1361

WuB 2009, 739-740

ZBB 2009, 316

ZCG 2009, 225

ZIP 2009, 1393-1395

ZZP 2010, 102-105

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Auf Rechtsstreitigkeiten wegen fehlerhafter Anlageberatung, in denen kein zulässiger Musterfeststellungsantrag nach § 1 Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gestellt werden kann, findet § 7 Abs. 1 KapMuG keine Anwendung.

  2. b)

    Werden solche Rechtsstreitigkeiten trotzdem unter Berufung auf § 7 Abs. 1 Satz 1 KapMuG ausgesetzt, ist gegen den Aussetzungsbeschluss das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde gemäß § 252, § 567 Abs. 1 Nr. 1 ZPO gegeben, weil der Rechtsmittelausschluss des § 7 Abs. 1 Satz 4 KapMuG ebenfalls keine Anwendung findet.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
durch
den Richter Dr. Joeres als Vorsitzenden und
die Richter Dr. Müller, Dr. Ellenberger, Maihold und Dr. Matthias
am 16. Juni 2009
beschlossen:

Tenor:

Auf die Rechtsmittel des Klägers und der Beklagten zu 1) wird der Beschluss des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 26. November 2008 aufgehoben, soweit in ihm die sofortigen Beschwerden des Klägers und der Beklagten zu 1) als unzulässig verworfen worden sind, und der Beschluss des Landgerichts München I vom 23. September 2008 insgesamt aufgehoben.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt 28.750 EUR.

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