BGH, 10.08.2010 - VIII ZB 15/10 - Anwendung des § 15a Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (RVG) bei der Anrechnung einer vorgerichtlich entstandenen Geschäftsgebühr auf die Verfahrensgebühr eines Verfahrens über die Rückabwicklung eines Kaufvertrages über ein Gebrauchtfahrzeug

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 10.08.2010, Az.: VIII ZB 15/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 10.08.2010
Referenz: JurionRS 2010, 24549
Aktenzeichen: VIII ZB 15/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hannover - 02.11.2009 - AZ: 13 O 55/09

OLG Celle - 29.01.2010 - AZ: 2 W 40/10

nachgehend:

BGH - 06.10.2010 - AZ: VIII ZB 15/10

Fundstellen:

AnwBl 2010, 878-879

BRAK-Mitt 2010, 274

FamRZ 2011, 104

JurBüro 2011, 22-23

MDR 2010, 1426

Mitt. 2010, 591 "Anrechnung"

Rpfleger 2011, 48-49

RVGreport 2010, 424-425

VersR 2011, 283-284

ZIP 2010, 2268

Amtlicher Leitsatz:

RVG § 15a; RVG VV Vorbemerkung 3 Abs. 4

Der VIII. Zivilsenat schließt sich zur Frage der Anrechnung einer vorgerichtlich entstandenen Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 VV RVG auf die Verfahrensgebühr des gerichtlichen Verfahrens gemäß Vorbemerkung 3 Absatz 4 VV RVG der eine Anwendung des § 15a RVG befürwortenden Rechtsprechung anderer Zivilsenate (Beschlüsse vom 2. September 2009 - II ZB 35/07, NJW 2009, 3101; 9. Dezember 2009 - XII ZB 175/07, NJW 2010, 1375; vom 3. Februar 2010 - XII ZB 177/09, AGS 2010, 106; vom 11. März 2010 - IX ZB 82/08, [...]; vom 29. April 2010 - V ZB 38/10, AGS 2010, 263) zur Vermeidung eines der Sache nicht angemessenen Vorgehens nach § 132 GVG an.

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 10. August 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Ball,
die Richterinnen Dr. Milger und Dr. Hessel sowie
die Richter Dr. Achilles und Dr. Bünger
beschlossen:

Tenor:

Auf die Rechtsbeschwerde der Beklagten wird der Beschluss des 2. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 19. Januar 2010 (1) aufgehoben.

Auf die sofortige Beschwerde der Beklagten wird der Kostenfestsetzungsbeschluss des Landgerichts Hannover vom 2. November 2009 dahin abgeändert, dass über die dort festgesetzten Kosten hinaus die von dem Kläger an die Beklagte aufgrund des Urteils des Landgerichts Hannover vom 10. Juli 2009 zu erstattenden Kosten auf weitere 318,68 € nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 20. Juli 2009 festgesetzt werden.

Der Kläger hat die Kosten der Rechtsmittelverfahren zu tragen.

Streitwert: 318,68 €.

(1) Red. Anm.:
"19. Januar 2010" korrigiert durch "29. Januar 2010" (siehe Verknüpfung zum Korrekturbeschluss)

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