BGH, 09.06.2011 - X ZR 143/10 - Abstellen auf die Verletzung von Rücksichtnahmepflichten durch Missachtung von Vergabevorschriften i.R.d. gewohnheitsrechtlichen Rechtsfigur der culpa in contrahendo

Bundesgerichtshof
Urt. v. 09.06.2011, Az.: X ZR 143/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.06.2011
Referenz: JurionRS 2011, 19873
Aktenzeichen: X ZR 143/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Magdeburg - 02.06.2010 - AZ: 36 O 25/10

OLG Naumburg - 28.10.2010 - AZ: 1 U 52/10 (Hs)

Fundstellen:

BGHZ 190, 89 - 99

BauR 2011, 1711-1712

BauR 2011, 1813-1816

DÖV 2011, 864

EWiR 2011, 585

FStBW 2012, 207-211

FStHe 2012, 218-222

GesR 2011, 599-600

GRUR-Prax 2011, 389 ""Rettungsdienstleistungen II""

IBR 2011, 534

JZ 2012, 314-316

KomVerw/B 2012, 150-155

KomVerw/LSA 2012, 150-154

KomVerw/MV 2012, 148-153

KomVerw/S 2012, 151-155

KomVerw/T 2012, 148-152

NJ 2011, 514-515

NJW 2011, 6

NZBau 2011, 498-501

UBB 2011, 14

Vergabe-Navigator 2011, 18-20

Vergabe-News 2011, 113

VergabeR 2011, 703-707

VS 2011, 59-61

WM 2012, 228-231

ZfBR 2011, 669-672

ZfBR 2012, 61-64

ZIP 2011, 2026-2030

Verfahrensgegenstand:

Rettungsdienstleistungen II

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 241 Abs. 2, § 311 Abs. 2 Nr. 1, § 280 Abs. 1 Satz 1; GWB § 97 Abs. 7

Der auf Verstöße des öffentlichen Auftraggebers gegen Vergabevorschriften gestützte Schadensersatzanspruch des Bieters ist nach der Kodifikation der gewohnheitsrechtlichen Rechtsfigur der culpa in contrahendo durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz nicht mehr daran geknüpft, dass der klagende Bieter auf die Einhaltung dieser Regelungen durch den Auftraggeber vertraut hat, sondern es ist dafür auf die Verletzung von Rücksichtnahmepflichten durch Missachtung von Vergabevorschriften abzustellen (Weiterentwicklung von BGH, Urteil vom 8. September 1998 X ZR 99/96, BGHZ 139, 280, 283; Urteil vom 27. November 2007 - X ZR 18/07, VergabeR 2008, 219 Leitsatz e).

Die Revision des Beklagten gegen das am 28. Oktober 2010 verkündete Urteil des 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Naumburg wird auf seine Kosten zurückgewiesen.

Der X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 9. Juni 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Meier-Beck,
die Richter Gröning, Dr. Grabinski und Hoffmann sowie
die Richterin Schuster
für Recht erkannt:

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