BGH, 01.12.2011 - IX ZR 11/11 - Pflicht der Gesellschafter zur Erstattung des an den Gläubiger ausgekehrten Betrages nach Befriedigung der gesicherten Forderung eines Darlehensgläubigers und Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Bundesgerichtshof
Urt. v. 01.12.2011, Az.: IX ZR 11/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 01.12.2011
Referenz: JurionRS 2011, 29701
Aktenzeichen: IX ZR 11/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Arnsberg - 29.04.2010 - AZ: 8 O 127/09

OLG Hamm - 29.12.2010 - AZ: I-8 U 85/10

Fundstellen:

BGHZ 192, 9 - 17

BB 2012, 1-2

BB 2012, 279-281

BKR 2012, 110-113

DB 2011, 2832-2835

DStR 2012, 760-761

DZWIR 2012, 208-210

EWiR 2012, 57

GmbHR 2012, 86-89

InsbürO 2012, 75-76

InsbürO 2013, 307

KSI 2012, 90

KTS 2012, 315-320

MDR 2012, 122

NJW 2012, 156-159

NotBZ 2012, 170

NWB 2012, 94

NWB direkt 2012, 32

NZG 2012, 35-38

NZI 2012, 80

NZI 2012, 19-22

StuB 2012, 206

WM 2011, 2376-2379

WuB 2012, 183-184

ZInsO 2012, 1146-1147

ZInsO 2012, 81-84

ZIP 2011, 2417-2421

Amtlicher Leitsatz:

InsO § 44a, 135 Abs. 2, § 143 Abs. 3, § 147

Wird die am Gesellschaftsvermögen und am Vermögen eines Gesellschafters gesicherte Forderung eines Darlehensgläubigers nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft durch Verwertung der Gesellschaftssicherheit befriedigt, ist der Gesellschafter zur Erstattung des an den Gläubiger ausgekehrten Betrages zur Insolvenzmasse verpflichtet.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 22. September 2011 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, den Richter Raebel, die Richterin Lohmann, den Richter Dr. Pape und die Richterin Möhring

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 29. Dezember 2010 im Kostenpunkt sowie insoweit aufgehoben, als die Klage unter Abänderung des Schlussurteils der 1. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Arnsberg vom 29. April 2010 wegen eines Betrages von 42.189,53 ? nebst Zinsen abgewiesen worden ist.

Die Berufung des Beklagten gegen das Schlussurteil der 1. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Arnsberg vom 29. April 2010 wird auch insoweit zurückgewiesen.

Der Beklagte trägt die Kosten beider Rechtsmittelverfahren.

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