Sicherheits- und Gesundheitskoordinator

Rechtswörterbuch

 Normen 

§ 3 BaustellV

 Information 

Beauftragter zur Gewährleistung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes der Beschäftigten auf Baustellen.

Bauherren sind gemäß § 3 BaustellV verpflichtet, für Baustellen, auf denen Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden, einen Sicherheits- und Gesundheitskoordinator zu bestellen. Der Bauherr kann sich jedoch auch selbst bestellen (sofern er die fachlichen Anforderungen erfüllt). Beauftragt er einen Dritten mit den Aufgaben, so wird er von seiner Verantwortung aber nicht entbunden.

Die Aufgaben des Sicherheits- und Gesundheitskoordinators unterteilen sich gemäß § 3 Abs. 2, 3 BaustellV in Aufgaben während der Planung des Bauvorhabens sowie in Aufgaben während der Ausführung des Bauvorhabens. Ist für die Baustelle vor der Einrichtung eine Vorankündigung im Sinne von § 2 Abs. 2 BaustellV zu übermitteln oder werden besonders gefährliche Arbeiten ausgeführt, so ist gemäß § 2 Abs. 3 BaustellV zuvor durch den Sicherheits- und Gesundheitskoordinator ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan zu erstellen.

Die an den Sicherheits- und Gesundheitskoordinator gestellten fachlichen Anforderungen sowie eine Konkretisierung seiner Aufgaben sind in den Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB) (Geeigneter Koordinator: RAB 30) niedergelegt. Die Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen geben den Stand der Technik bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes auf Baustellen wieder. Sie werden vom Ausschuss für Sicherheit und Gesundheitsfragen aufgestellt und vom Bundesarbeitsministerium bekannt gegeben.

Danach muss der Sicherheits- und Gesundheitskoordinator folgende fachliche Anforderungen erfüllen:

  • baufachliche Kenntnisse

  • arbeitsschutzfachliche Kenntnisse

  • Koordinatorenkenntnisse

  • berufliche Erfahrung in der Planung und/oder Ausführung von Bauvorhaben

Die baufachlichen Kenntnisse werden bei einer Ausbildung als Architekt, Ingenieur, Techniker, Meister, geprüfter Polier als nachgewiesen anerkannt.

Arbeitsschutzfachliche Kenntnisse sowie die speziellen Koordinatorenkenntnisse können in der Regel entweder im Rahmen der beruflichen Ausbildung, durch Fort- oder Weiterbildung oder durch entsprechende berufliche Erfahrungen erworben sein. Die Kenntnisse und Erfahrungen können als vorhanden angesehen werden, wenn sie durch Zeugnisse, Bescheinigungen oder Referenzen nachgewiesen werden.