§ 8 UWG, Beseitigung und Unterlassung
(1) 1Wer eine nach § 3 oder § 7 unzulässige geschäftliche Handlung vornimmt, kann auf Beseitigung und bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. 2Der Anspruch auf Unterlassung besteht bereits dann, wenn eine derartige Zuwiderhandlung gegen § 3 oder § 7 droht.
(2) Werden die Zuwiderhandlungen in einem Unternehmen von einem Mitarbeiter oder Beauftragten begangen, so sind der Unterlassungsanspruch und der Beseitigungsanspruch auch gegen den Inhaber des Unternehmens begründet.
(3) Die Ansprüche aus Absatz 1 stehen zu:
- 1.
jedem Mitbewerber;
- 2.
rechtsfähigen Verbänden zur Förderung gewerblicher oder selbständiger beruflicher Interessen, soweit ihnen eine erhebliche Zahl von Unternehmern angehört, die Waren oder Dienstleistungen gleicher oder verwandter Art auf demselben Markt vertreiben, soweit sie insbesondere nach ihrer personellen, sachlichen und finanziellen Ausstattung imstande sind, ihre satzungsmäßigen Aufgaben der Verfolgung gewerblicher oder selbständiger beruflicher Interessen tatsächlich wahrzunehmen und soweit die Zuwiderhandlung die Interessen ihrer Mitglieder berührt;
- 3.
qualifizierten Einrichtungen, die nachweisen, dass sie in die Liste qualifizierter Einrichtungen nach § 4 des Unterlassungsklagengesetzes oder in dem Verzeichnis der Kommission der Europäischen Gemeinschaften nach Artikel 4 der Richtlinie 98/27/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 1998 über Unterlassungsklagen zum Schutz der Verbraucherinteressen (ABl. EG Nr. L 166 S. 51) (1) eingetragen sind;
- 4.
den Industrie- und Handelskammern oder den Handwerkskammern.
(4) Die Geltendmachung der in Absatz 1 bezeichneten Ansprüche ist unzulässig, wenn sie unter Berücksichtigung der gesamten Umstände missbräuchlich ist, insbesondere wenn sie vorwiegend dazu dient, gegen den Zuwiderhandelnden einen Anspruch auf Ersatz von Aufwendungen oder Kosten der Rechtsverfolgung entstehen zu lassen.
(5) 1§ 13 des Unterlassungsklagengesetzes ist entsprechend anzuwenden; in § 13 Absatz 1 und 3 Satz 2 des Unterlassungsklagengesetzes treten an die Stelle des Anspruchs gemäß § 1 oder § 2 des Unterlassungsklagengesetzes die Unterlassungsansprüche nach dieser Vorschrift. 2Im Übrigen findet das Unterlassungsklagengesetz keine Anwendung, es sei denn, es liegt ein Fall des § 4a des Unterlassungsklagengesetzes vor.
Zu § 8: Geändert durch G vom 29. 7. 2009 (BGBl I S. 2355).
Müsste lauten: Artikel 4 der Richtlinie 2009/22/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2009 über Unterlassungsklagen zum Schutz der Verbraucherinteressen (ABl. EG Nr. L 110 S. 30)
Zitierungen dieses Dokuments
Urteile
- BGH, 18.01.2012, I ZR 83/11 - Euminz - Fachliche Empfehlung i.S.d. § 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 HWG bei Benennung als Gewährspersonen für die Empfehlung alle Angehörigen der mit der Behandlung der…
- BGH, 10.02.2011, I ZR 136/09 - Beihilferechtliches Durchführungsverbot des Art. 108 Abs. 3 S. 3 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) als Schutzgesetz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB…
- BGH, 20.01.2011, I ZR 122/09 - Auswirkungen des Vertretungsverbots eines Immobilienmaklers zur Vertretung eines Gläubigers in einem gerichtlichen Zwangsversteigerungsverfahren auf die Befugnis zur…
- BGH, 22.07.2010, I ZR 170/07 - Anspruch auf Unterlassung des Anbietens und Bewerbens von Sportwetten über eine Internetseite - Einstufung von Internetauftritten als Dauerhandlung und somit auch als…
- BGH, 09.06.2011, I ZR 113/10 - Verfügen eines sich selbst als "zertifizierter Testamentsvollstrecker" bezeichnenden Rechtsanwalts über praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Testamentsvollstreckung
- BGH, 24.06.2010, I ZR 182/08 - Vereinbarkeit einer Gewährung oder Inaussichtstellung eines finanziellen Vorteils für eine Verweisung von Patienten an bestimmte Anbieter gesundheitlicher Leistungen…
- BGH, 28.09.2011, I ZR 92/09 - Sportwetten im Internet II - Vereinbarkeit der Vorschrift des § 4 Abs. 4 GlüStV (Internetverbot) mit dem Unionsrecht
- BGH, 10.02.2011, I ZR 213/08 - Rechtsschutzbedürfnis im Falle eines Auskunftsanspruchs bei Kenntnis der vertraglich geschuldeten Leistungen, nicht aber der tatsächlich gezahlten Beiträge und…
- BGH, 18.11.2010, I ZR 159/07 - Anspruch eines deutschen Glücksspielveranstalters gegen ein englisches Glücksspielunternehmen auf Unterlassung des Anbietens von Glücksspielen in Deutschland ohne…
- BGH, 14.10.2010, I ZR 95/09 - Anwerbung von Mandanten als selbstständiger Steuerberater ohne räumliche Beschränkung auf den Nahbereich seiner Kanzlei - Entscheidende Bedeutung der räumlichen…
- BGH, 09.09.2010, I ZR 125/08 - Einhaltung der Preisbindungsvorschriften des Arzneimittelgesetzes (AMG) und der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) bei Veranstaltung eines Prämiensystems durch eine…
- BGH, 09.09.2010, I ZR 193/07 - Verstoß gegen die arzneimittelrechtliche Preisbindung im Hinblick auf die Gewährung von Vorteilen gekoppelt mit dem Erwerb eines Arzneimittels - Werbegabe im Wert von…
- BGH, 01.07.2010, I ZR 161/09 - Verbot als Information getarnter Werbung und inhaltliche Unverkennbarkeit des Werbecharakters einer mehrseitigen Zeitschriftenwerbung sowie keine Verkaufsförderung bei…
- BGH, 29.04.2010, I ZR 202/07 - Bestimmtheit eines Verbotsantrags bei einem Streit über den Umfang einer durch eine konkrete Verletzungshandlung begründeten Wiederholungsgefahr für andere…
- BGH, 12.01.2012, I ZR 211/10 - Europa-Apotheke Budapest - Rechtmäßigkeit des Angebots eines inländischen Apothekers hinsichtlich der Bestellung von Medikamenten für seine Kunden bei einer ungarischen…
- BGH, 10.02.2011, I ZR 183/09 - Vereinbarkeit einer mangelhaften Aufklärung über eine unzulängliche Bevorratung beworbener Ware mit Wettbewerbsrecht - Unschädliche Überbestimmung durch die mehrfache…
- BGH, 01.12.2010, I ZR 55/08 - Zulässigkeit einer Abgabe eines Gegenangebots durch einen Zahnarzt zu einem von einem Patienten auf einer Internetplattform eingestellten Heilplan und Kostenplan oder…
- BGH, 09.09.2010, I ZR 72/08 - Geltung des deutschen Arzneimittelpreisrechtes für im Wege des Versandhandels nach Deutschland eingeführte Arzneimittel
- BGH, 09.09.2010, I ZR 98/08 - Qualifizierung einer Werbegabe i.R.e. Publikumswerbung im Wert von einem Euro als eine geringwertige Kleinigkeit nach dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) - Vereinbarkeit…
- BGH, 29.04.2010, I ZR 23/08 - Zulässigkeit von Angaben eines Reiseveranstalters in seinem Prospekt in Bezug auf das Vorbehalten von Flughafenzuschlägen oder Flughafenabschlägen in Höhe von bis zu 50…
