§ 5a UWG, Irreführung durch Unterlassen
(1) Bei der Beurteilung, ob das Verschweigen einer Tatsache irreführend ist, sind insbesondere deren Bedeutung für die geschäftliche Entscheidung nach der Verkehrsauffassung sowie die Eignung des Verschweigens zur Beeinflussung der Entscheidung zu berücksichtigen.
(2) Unlauter handelt, wer die Entscheidungsfähigkeit von Verbrauchern im Sinne des § 3 Absatz 2 dadurch beeinflusst, dass er eine Information vorenthält, die im konkreten Fall unter Berücksichtigung aller Umstände einschließlich der Beschränkungen des Kommunikationsmittels wesentlich ist.
(3) Werden Waren oder Dienstleistungen unter Hinweis auf deren Merkmale und Preis in einer dem verwendeten Kommunikationsmittel angemessenen Weise so angeboten, dass ein durchschnittlicher Verbraucher das Geschäft abschließen kann, gelten folgende Informationen als wesentlich im Sinne des Absatzes 2, sofern sie sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergeben:
- 1.
alle wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung in dem dieser und dem verwendeten Kommunikationsmittel angemessenen Umfang;
- 2.
die Identität und Anschrift des Unternehmers, gegebenenfalls die Identität und Anschrift des Unternehmers, für den er handelt;
- 3.
der Endpreis oder in Fällen, in denen ein solcher Preis auf Grund der Beschaffenheit der Ware oder Dienstleistung nicht im Voraus berechnet werden kann, die Art der Preisberechnung sowie gegebenenfalls alle zusätzlichen Fracht-, Liefer- und Zustellkosten oder in Fällen, in denen diese Kosten nicht im Voraus berechnet werden können, die Tatsache, dass solche zusätzlichen Kosten anfallen können;
- 4.
Zahlungs-, Liefer- und Leistungsbedingungen sowie Verfahren zum Umgang mit Beschwerden, soweit sie von Erfordernissen der fachlichen Sorgfalt abweichen, und
- 5.
das Bestehen eines Rechts zum Rücktritt oder Widerruf.
(4) Als wesentlich im Sinne des Absatzes 2 gelten auch Informationen, die dem Verbraucher auf Grund gemeinschaftsrechtlicher Verordnungen oder nach Rechtsvorschriften zur Umsetzung gemeinschaftsrechtlicher Richtlinien für kommerzielle Kommunikation einschließlich Werbung und Marketing nicht vorenthalten werden dürfen.
Zitierungen dieses Dokuments
- BGH, 13.01.2011, I ZR 111/08 - Wertung aller unaufgefordert von einem Arzt gegenüber seinem Patienten erteilten Empfehlungen für bestimmte Leistungserbringer als Verweisung gem. § 34 Abs. 5…
- BGH, 10.02.2011, I ZR 183/09 - Vereinbarkeit einer mangelhaften Aufklärung über eine unzulängliche Bevorratung beworbener Ware mit Wettbewerbsrecht - Unschädliche Überbestimmung durch die mehrfache…
- BGH, 13.01.2011, I ZR 112/08 - Grenze zwischen einer verbotenen Verweisung und einem unbedenklichen Ratschlag eines Arztes an einen Patienten hinsichtlich des Besuchs eines bestimmten…
- BGH, 29.04.2010, I ZR 66/08 - Erfordernis eines Zugangs der einem Verbraucher i.R.e. Fernabsatzvertrages zu erteilenden Informationen in einer zur dauerhaften Wiedergabe geeigneten Weise -…
- BGH, 16.12.2010, I ZR 149/08 - Generelles Verbot für staatliche Lottogesellschaften bzgl. einer Ankündigung möglicher Höchstgewinne von über zehn Millionen EUR - Vereinbarkeit des mittels seines…
- BGH, 16.05.2012, I ZR 74/11 - Zweigstellenbriefbogen - Ableitung einer Pflicht zur Offenlegung von für die geschäftliche Entscheidung erheblich gewichtigen Informationen aus § 5a Abs. 2 UWG - Pflicht…
- BGH, 14.04.2011, I ZR 133/09 - Als Garantieerklärung gilt nur die Willenserklärung zum Abschluss eines Vertrages und nicht die lediglich zur Bestellung auffordernde Werbung ohne rechtsverbindliche…
- BGH, 29.04.2010, I ZR 99/08 - Angabe des Endpreises als Voraussetzung bei der Nennung von Preisen für die beworbenen Gebrauchtfahrzeuge in einer an die Allgemeinheit gerichteten Werbung - Anwendung…
- BGH, 10.12.2009, I ZR 189/07 - Ein seine Wirkung auf osmotischem und physikalischem Weg erreichendes Darmreinigungsmittel als Medizinprodukt - Schadensersatzanspruch eines Mitbewerbers nach § 9…
- BGH, 28.06.2012, I ZR 110/11 - Traum-Kombi - Angabe des Endpreises und des Grundpreises von frischen Waren in den Preislisten und in der Werbung für die Angebote eines Lieferdienstes von Speisen…
- BGH, 09.02.2012, I ZR 178/10 - Call-by-Call - Verbraucherschutzrechtliches Erfordernis der Information eines Telefondienstleisters über die Möglichkeit der fallweisen Betreiberauswahl…
- BGH, 21.12.2011, I ZR 190/10 - Neue Personenkraftwagen - Vorführwagen mit 500 km Laufleistung als sog. neuer Personenkraftwagen i.S.d. Pkw-EnVKV - Informationspflichten des Verkäufers beim Verkauf…
- BGH, 17.03.2011, I ZR 81/09 - Irreführende Werbung bei fehlender Erkennbarkeit des Zeitpunkts der Geltung von Normalpreisen gegenüber den hervorgehobenen Einführungspreisen - Voraussetzungen für…
- BGH, 20.01.2011, I ZR 28/09 - Notwendigkeit eines Hinweises auf die Unmöglichkeit der Durchführung von "Call-by-Call"-Telefonaten i.R.v. Werbung für auf einem Kabelanschluss basierenden…
- BGH, 16.07.2009, I ZR 140/07 - Nennung der Versandkosten bei einer Werbung für Waren in Preisvergleichslisten einer Preissuchmaschine
- BGH, 16.07.2009, I ZR 50/07 - Ausreichende Preisangabe durch den Hinweis "zzgl. Versandkosten" bei Vertrieb einer Ware über das Internet aufgrund Angabe einer genauen Auflistung bei Anklicken der…
- BGH, 18.10.2012, I ZR 191/11 - Taxibestellung - Bewertung der Bestimmungen des § 47 Abs. 2 S. 1, 2 PBefG als Marktverhaltensregelungen i.S.v. § 4 Nr. 11 UWG - Rechtmäßigkeit des Unterhaltens von…
- BGH, 18.03.2010, I ZR 16/08 - Wettbewerbsrechtliche Verantwortlichkeit eines Händlers als Täter bei Verstoß der Werbung in einer Preissuchmaschine wegen unzureichender oder irreführender Preisangaben…
- BGH, 17.08.2010, I ZR 66/09 - Bereitstellung von Verbraucherinformationen über den Kraftstoffverbrauch und Kohlenstoffdioxidemissionen hinsichtlich des Interesses der Allgemeinheit am Umweltschutz -…
- BGH, 25.10.2012, I ZR 81/11 - Unterlassungsanspruch gegenüber einem Reisevermittler aufgrund des Angebots von Versicherungsleistung als fakultative Zusatzkosten bei Fehlen einer klaren und…
