§ 46 HOAI 1991, Leistungsbild Grünordnungsplan

§ 46 HOAI 1991
Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und der Ingenieure (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure)
Bundesrecht

Teil VI – Landschaftsplanerische Leistungen

Titel: Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und der Ingenieure (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure)
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: HOAI 1991
Gliederungs-Nr.: 402-24-8-2-1
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) Die Grundleistungen bei Grünordnungsplänen sind in den in Absatz 2 aufgeführten Leistungsphasen 1 bis 5 zusammengefasst. Sie sind in der nachfolgenden Tabelle in Vomhundertsätzen der Honorare des § 46a bewertet.

 Bewertung der Grundleistungen in v.H. der Honorare
1.Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs
Ermitteln der Voraussetzungen zur Lösung der Planungsaufgabe
1 bis 3
2.Ermitteln der Planungsgrundlagen
Bestandsaufnahme und Bewertung des Planungsbereichs
20 bis 37
3.Vorläufige Planfassung (Vorentwurf)
Erarbeiten der wesentlichen Teile einer Lösung der Planungsaufgabe
50
4.Endgültige Planfassung (Entwurf)
Erarbeiten der endgültigen Lösung der Planungsaufgabe
10
5.Genehmigungsfähige Planfassung-

(2) Das Leistungsbild setzt sich wie folgt zusammen:

GrundleistungenBesondere Leistungen
  
1.Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs 
 Zusammenstellen einer Übersicht der vorgegebenen bestehenden und laufenden örtlichen und überörtlichen Planungen und Untersuchungen 
 Abgrenzen des Planungsbereichs 
 Zusammenstellen der verfügbaren Kartenunterlagen und Daten nach Umfang und Qualität 
 Werten des vorhandenen Grundlagenmaterials 
 Ermitteln des Leistungsumfangs und der Schwierigkeitsmerkmale 
 Festlegen ergänzender Fachleistungen, soweit notwendig 
 Ortsbesichtigungen 
   
2.Ermitteln der Planungsgrundlagen 
 a)Bestandsaufnahme einschließlich voraussichtlicher Änderungen 
  Erfassen auf Grund vorhandener Unterlagen eines Landschaftsplans und örtlicher Erhebungen, insbesondere 
  -des Naturhaushalts als Wirkungsgefüge der Naturfaktoren 
  -der Vorgaben des Artenschutzes, des Bodenschutzes und des Orts-/Landschaftsbildes 
  -der siedlungsgeschichtlichen Entwicklung 
  -der Schutzgebiete und geschützten Landschaftsbestandteile einschließlich der unter Denkmalschutz stehenden Objekte 
  -der Flächennutzung unter besonderer Berücksichtigung der Flächenversiegelung, Größe, Nutzungsarten oder Ausstattung, Verteilung, Vernetzung von Frei- und Grünflächen sowie der Erschließungsflächen für Freizeit- und Erholungsanlagen 
  -des Bedarfs an Erholungs- und Freizeiteinrichtungen sowie an sonstigen Grünflächen 
  -der voraussichtlichen Änderungen auf Grund städtebaulicher Planungen, Fachplanungen und anderer Eingriffe in Natur und Landschaft 
  -der Immissionen, Boden- und Gewässerbelastungen 
  -der Eigentümer 
  Erfassen von vorliegenden Äußerungen der Einwohner 
 b)Bewerten der Landschaft nach den Zielen und Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege einschließlich der Erholungsvorsorge 
  Bewerten des Landschaftsbildes sowie der Leistungsfähigkeit, des Zustands, der Faktoren und Funktionen des Naturhaushalts, insbesondere hinsichtlich 
  -der Empfindlichkeit des jeweiligen Ökosystems für bestimmte Nutzungen, seiner Größe, der räumlichen Lage und der Einbindung in Grünflächensysteme, der Beziehungen zum Außenraum sowie der Ausstattung und Beeinträchtigung der Grün- und Freiflächen 
  -nachteiliger Nutzungsauswirkungen 
 c)Zusammenfassende Darstellung der Bestandsaufnahme und der Bewertung des Planungsbereichs in Erläuterungstext und Karten 
   
3.Vorläufige Planfassung (Vorentwurf) 
 Grundsätzliche Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe mit sich wesentlich unterscheidenden Lösungen nach gleichen Anforderungen in Text und Karten mit Begründung 
 a)Darlegen der Flächenfunktionen und räumlichen Strukturen nach ökologischen und gestalterischen Gesichtspunkten, insbesondere 
  -Flächen mit Nutzungsbeschränkungen - einschließlich notwendiger Nutzungsänderungen zur Erhaltung oder Verbesserung des Naturhaushalts oder des Landschafts-/Ortsbildes 
  -landschaftspflegerische Sanierungsbereiche 
  -Flächen für landschaftspflegerische Entwicklungs- und Gestaltungsmaßnahmen 
  -Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen 
  -Schutzgebiete und -objekte 
  -Freiräume 
  -Flächen für landschaftspflegerische Maßnahmen in Verbindung mit sonstigen Nutzungen 
 b)Darlegen von Entwicklungs-, Schutz-, Gestaltungs- und Pflegemaßnahmen, insbesondere für 
  -Grünflächen 
  -Anpflanzung und Erhaltung von Grünbeständen 
  -Sport-, Spiel- und Erholungsflächen 
  -Fußwegesystemen 
  -Gehölzanpflanzungen zur Einbindung baulicher Anlagen in die Umgebung 
  -Ortseingänge und Siedlungsränder 
  -pflanzliche Einbindung von öffentlichen Straßen und Plätzen 
  -klimatisch wichtige Freiflächen 
  -Immissionsschutzmaßnahmen 
  Festlegen von Pflegemaßnahmen aus Gründen des Naturschutzes und der Landschaftspflege 
  Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Selbstreinigungskraft von Gewässern 
  Erhaltung und Pflege von naturnahen Vegetationsbeständen 
  bodenschützende Maßnahmen - Schutz vor Schadstoffeintrag 
  Vorschläge für Gehölzarten der potenziell natürlichen Vegetation, für Leitarten bei Bepflanzungen, für Befestigungsarbeiten bei Wohnstraßen, Gehwegen, Plätzen, Parkplätzen, für Versickerungsflächen 
  Festlegen der zeitlichen Folge von Maßnahmen 
  Kostenschätzung für durchzuführende Maßnahmen 
 c)Hinweise auf weitere Aufgaben von Naturschutz und Landschaftspflege 
 Vorschläge für Inhalte, die für die Übernahme in andere Planungen, insbesondere in die Bauleitplanung, geeignet sind 
 Beteiligung an der Mitwirkung von Verbänden nach § 29 des Bundesnaturschutzgesetzes 
 Berücksichtigen von Fachplanungen 
 Mitwirken an der Abstimmung des Vorentwurfs mit der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde 
 Abstimmen des Vorentwurfs mit dem Auftraggeber 
   
4.Endgültige Planfassung (Entwurf) 
 Darstellen des Grünordnungsplans in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte mit Begründung 
   
5.Genehmigungsfähige Planfassung 

(3) Wird die Anfertigung der vorläufigen Planfassung (Leistungsphase 3) als Einzelleistung in Auftrag gegeben, so können hierfür bis zu 60 vom Hundert der Honorare nach § 46a vereinbart werden.

(4) § 45a Abs. 3 und 5 bis 7 gilt sinngemäß.

(1) Red. Anm.:
Außer Kraft am 18. August 2009 durch § 56 Satz 2 der Verordnung vom 11. August 2009 (BGBl. I S. 2732). Zur weiteren Anwendung s. § 55 der Verordnung vom 11. August 2009 (BGBl. I S. 2732).

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