§ 243 SGB VI, Witwenrente und Witwerrente an vor dem 1. Juli 1977 geschiedene Ehegatten

§ 243 SGB VI
Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) - Gesetzliche Rentenversicherung -
Bundesrecht

Erster Abschnitt – Ergänzungen für Sonderfälle → Vierter Unterabschnitt – Anspruchsvoraussetzungen für einzelne Renten

Titel: Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) - Gesetzliche Rentenversicherung -
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: SGB VI
Gliederungs-Nr.: 860-6
Normtyp: Gesetz

(1) Anspruch auf kleine Witwenrente oder kleine Witwerrente besteht ohne Beschränkung auf 24 Kalendermonate auch für geschiedene Ehegatten,

  1. 1.
    deren Ehe vor dem 1. Juli 1977 geschieden ist,
  2. 2.
    die weder wieder geheiratet noch eine Lebenspartnerschaft begründet haben und
  3. 3.
    die im letzten Jahr vor dem Tod des geschiedenen Ehegatten (Versicherter) Unterhalt von diesem erhalten haben oder im letzten wirtschaftlichen Dauerzustand vor dessen Tod einen Anspruch hierauf hatten,

wenn der Versicherte die allgemeine Wartezeit erfüllt hat und nach dem 30. April 1942 gestorben ist.

Absatz 1 Nummer 2 geändert durch G vom 15. 12. 2004 (BGBl I S. 3396).

(2) Anspruch auf große Witwenrente oder große Witwerrente besteht auch für geschiedene Ehegatten,

  1. 1.

    deren Ehe vor dem 1. Juli 1977 geschieden ist,

  2. 2.

    die weder wieder geheiratet noch eine Lebenspartnerschaft begründet haben und

  3. 3.

    die im letzten Jahr vor dem Tod des Versicherten Unterhalt von diesem erhalten haben oder im letzten wirtschaftlichen Dauerzustand vor dessen Tod einen Anspruch hierauf hatten und

  4. 4.

    die entweder

    1. a)

      ein eigenes Kind oder ein Kind des Versicherten erziehen (§ 46 Abs. 2),

    2. b)

      das 45. Lebensjahr vollendet haben,

    3. c)

      erwerbsgemindert sind,

    4. d)

      vor dem 2. Januar 1961 geboren und berufsunfähig (§ 240 Abs. 2) sind oder

    5. e)

      am 31. Dezember 2000 bereits berufsunfähig oder erwerbsunfähig waren und dies ununterbrochen sind,

wenn der Versicherte die allgemeine Wartezeit erfüllt hat und nach dem 30. April 1942 gestorben ist.

Absatz 2 Nummer 2 geändert durch G vom 15. 12. 2004 (BGBl I S. 3396).

(3) 1Anspruch auf große Witwenrente oder große Witwerrente besteht auch ohne Vorliegen der in Absatz 2 Nr. 3 genannten Unterhaltsvoraussetzungen für geschiedene Ehegatten, die

  1. 1.

    einen Unterhaltsanspruch nach Absatz 2 Nr. 3 wegen eines Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens aus eigener Beschäftigung oder selbstständiger Tätigkeit oder entsprechender Ersatzleistungen oder wegen des Gesamteinkommens des Versicherten nicht hatten und

  2. 2.

    zum Zeitpunkt der Scheidung entweder

    1. a)

      ein eigenes Kind oder ein Kind des Versicherten erzogen haben (§ 46 Abs. 2) oder

    2. b)

      das 45. Lebensjahr vollendet hatten und

  3. 3.

    entweder

    1. a)

      ein eigenes Kind oder ein Kind des Versicherten erziehen (§ 46 Abs. 2),

    2. b)

      erwerbsgemindert sind,

    3. c)

      vor dem 2. Januar 1961 geboren und berufsunfähig (§ 240 Abs. 2) sind,

    4. d)

      am 31. Dezember 2000 bereits berufsunfähig oder erwerbsunfähig waren und dies ununterbrochen sind oder

    5. e)

      das 60. Lebensjahr vollendet haben,

wenn auch vor Anwendung der Vorschriften über die Einkommensanrechnung auf Renten wegen Todes weder ein Anspruch auf Hinterbliebenenrente für eine Witwe oder einen Witwer noch für einen überlebenden Lebenspartner des Versicherten aus dessen Rentenanwartschaften besteht. 2Wenn der Versicherte nach dem 31. Dezember 2011 verstorben ist, wird die Altersgrenze von 60 Jahren wie folgt angehoben:

Todesjahr des VersichertenAnhebung um Monateauf Alter
JahrMonat
20121601
20132602
20143603
20154604
20165605
20176606
20187607
20198608
20209609
2021106010
2022116011
202312610
202414612
202516614
202618616
202720618
2028226110
ab 202924620.

Absatz 3 geändert durch G vom 15. 12. 2004 (BGBl I S. 3396). Satz 2 angefügt durch G vom 20. 4. 2007 (BGBl I S. 554).

(4) Anspruch auf kleine oder große Witwenrente oder Witwerrente nach dem vorletzten Ehegatten besteht unter den sonstigen Voraussetzungen der Absätze 1 bis 3 auch für geschiedene Ehegatten, die wieder geheiratet haben, wenn die erneute Ehe aufgelöst oder für nichtig erklärt ist oder wenn eine Lebenspartnerschaft begründet und diese wieder aufgehoben oder aufgelöst ist.

Absatz 4 geändert durch G vom 15. 12. 2004 (BGBl I S. 3396).

(5) Geschiedenen Ehegatten stehen Ehegatten gleich, deren Ehe für nichtig erklärt oder aufgehoben ist.

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