Elektromagnetische Strahlungen

Rechtswörterbuch

 Normen 

26. BImSchV

EMVG

 Information 

1. Allgemein

Elektromagnetische Strahlungen sind durch elektrischen Strom erzeugte elektromagnetische Felder, die sich im Raum wellenförmig mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten und in denen ein Transport von elektrischer oder magnetischer Energie stattfindet.

Beispiel:

Elektromagnetische Strahlung entsteht z.B. wenn Wechselströme durch Antennen fließen, mithin durch das Abstrahlen von hochfrequenten Rundfunk- oder Fernsehwellen.

Zu beachten:

Im elektromagnetischen Strahlungsspektrum wird zwischen hochfrequenten und niederfrequenten Feldern unterschieden, weil die Wirkung auf den menschlichen Organismus verschieden ist:

Hochfrequente Felder (von 0,1 Megahertz bis 300.000 Megahertz) zeichnen sich durch den thermischen Effekt als messbare biologische Wirkung aus (z.B. Mikrowelle).

Niederfrequente Felder (50 Hertz bei Anlagen der Energieversorgung und elektrischen Haushaltsgeräten, 16 2/3 Hertz bei Bahnstromleitungen) sind nicht thermisch, sondern athermische wirksam. Dieser Effekt zeichnet sich nicht durch Wärmewirkung, sondern durch biologische negative Beeinflussung von Zellen und Zellsystemen aus.

Die mögliche Gesundheitsbeeinträchtigung durch elektromagnetische Felder ist noch nicht endgültig geklärt. Gesichert scheint lediglich die Erkenntnis, dass Personen, die häufig mit starker elektrischer oder elektromagnetischer Strahlung zu tun haben, einem erhöhten Krebsrisiko unterliegen und meist verschiedene Krankheitsbilder zeigen, angefangen bei leichtem Unwohlsein und Kopfschmerzen bis zu verlangsamtem Reaktionsvermögen. Zwischen der athermischen Wirkung niedriger elektromagnetischer Strahlung im Alltag und dem Auftreten von Kopfschmerzen, Übererregung, Erschöpfungszuständen, Allergien oder Spätwirkungen wie Erbschäden oder Krebs besteht jedoch bislang kein nachweisbarer Zusammenhang. Die Möglichkeit von Spätschäden kann aber angesichts fehlender Kenntnisse über die langzeitigen Auswirkungen nicht prinzipiell ausgeschlossen werden. Die Rechte Dritter sollen durch die Betreiber einer strahlenden Anlage nicht verletzt sein, wenn die Grenzwerte der Internationalen Strahlenschutzassoziation eingehalten werden.

Um trotz der bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten einen höchstmöglichen Schutz, insbesondere wegen der zunehmenden Zahl der Sende- und Empfangsanlagen der Mobilfunknetze zu gewährleisten, sind für die Einrichtung und den Betrieb von Hoch- oder Niederfrequenzanlagen bestimmten Anforderungen in der 26. BImSchV (Verordnung über elektromagnetische Felder - "Elektrosmog-Verordnung") explizit geregelt. Hiermit soll Vorsorge getroffen werden, dass in der Nähe von Wohnungen, Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten, Kinderhorten, Kinderspielplätzen oder ähnlichen Einrichtungen die Feldstärke- und Flussdichtewerte einen bestimmten Grenzwert nicht überschreiten.

Zu den Anforderungen siehe den Beitrag "Mobilfunk".

2. Elektromagnetische Störungen

Das Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln (EMVG) regelt als Schutzanforderung, dass der Höchstwert der von Geräten ausgehenden elektromagnetischen Störungen so bemessen sein muss, dass der Betrieb der o.a. Geräte nicht beeinträchtigt wird.

Neben der Einhaltung dieser Schutzanforderungen sind für das Inverkehrbringen "strahlender" Geräte die weiteren Bestimmungen des EMVG zu beachten, wie z.B. das Vorliegen der CE-Kennzeichnung auf dem Gerät bzw. der Verkaufsverpackung oder der Gebrauchanweisung.