BGH, 29.06.2010 - XI ZR 104/08 - Aufklärungspflicht einer finanzierenden Bank gegenüber dem kreditsuchenden Kunden hinsichtlich einer erkannten arglistigen Täuschung durch den Vertrieb über die Höhe der Vermittlungsprovisionen i.R.v. steuersparenden Bauherrenmodellen und Erwerbermodellen; Auslegung der formularmäßigen Begriffe "Objektvermittlungsauftrag" und "Finanzierungsvermittlungsauftrag"; Voraussetzungen einer arglistigen Täuschung über die Höhe von Vermittlungsprovisionen i.R.e. Objektvermittlungsauftrags und eines Finanzierungsvermittlungsauftrags

Bundesgerichtshof
Urt. v. 29.06.2010, Az.: XI ZR 104/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 29.06.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20013
Aktenzeichen: XI ZR 104/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Lübeck - 24.02.2006 - AZ: 5 O 128/05

OLG Schleswig - 13.03.2008 - AZ: 5 U 57/06

Rechtsgrundlagen:

§ 123 BGB a.F.

§ 276 BGB a.F.

§ 5 AGBG

Fundstellen:

BGHZ 186, 96 - 115

BB 2010, 1673-1674 (Pressemitteilung)

BB 2010, 2134-2138

BB 2010, 1929

BB 2011, 129 (Pressemitteilung)

DB 2010, 16

EWiR 2010, 667

GuG aktuell 2011, 7

GWR 2010, 404

ImmWert 2010, 57

MDR 2010, 1066-1067

NJW-RR 2011, 270-275

NWB 2010, 2120

NWB direkt 2010, 726

NZBau 2011, 99-104

VersR 2010, 1457-1461

VuR 2010, 382-383

WM 2010, 1451-1457

WuB 2010, 731-733

ZBB 2010, 429

ZGS 2010, 387-388

ZIP 2010, 1481-1487

ZIP 2010, 5

Amtlicher Leitsatz:

BGB aF §§ 123, 276 (Fb); AGBG § 5

  1. a)

    Bei steuersparenden Bauherren- und Erwerbermodellen muss die finanzierende Bank den kreditsuchenden Kunden auf eine von ihr erkannte arglistige Täuschung durch den Vertrieb über die Höhe der Vermittlungsprovisionen ungefragt hinweisen.

  2. b)

    Zur arglistigen Täuschung über die Höhe der Vermittlungsprovisionen mittels eines sogenannten "Objekt- und Finanzierungsvermittlungsauftrags".

  3. c)

    Zur Auslegung eines formularmäßigen "Objekt- und Finanzierungsvermittlungsauftrags".

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 29. Juni 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Wiechers,
den Richter Dr. Joeres,
die Richterin Mayen und
die Richter Dr. Ellenberger und Dr. Matthias
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 5. Zivilsenats des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts in Schleswig vom 13. März 2008 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

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