BGH, 22.07.2010 - VII ZR 176/09 - Einbeziehung der auf die voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten entfallenden Umsatzsteuer bei einem vor der Mängelbeseitigung geltend gemachten Anspruch auf Schadensersatz statt der Leistung wegen der Mängel an einem Bauwerk; Wahlrecht des Bestellers eines Werks bei einem auf Zahlung eines Geldbetrages gerichteten Schadensersatzanspruches

Bundesgerichtshof
Urt. v. 22.07.2010, Az.: VII ZR 176/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 22.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 21506
Aktenzeichen: VII ZR 176/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München II - 20.04.2009 - AZ: 11 O 6481/08

OLG München - 29.09.2009 - AZ: 28 U 3123/09

Fundstellen:

BGHZ 186, 330 - 334

BauR 2010, 1752-1754

BauSV 2010, 76

BauSV 2010, 7

BauSV 2011, 76-77

BFH/NV 2010, 2221

DWW 2011, 60-61

EBE/BGH 2010, 282-283

FStBay 2011, 516-518

HFR 2010, 1239-1241

I&F 2010, 775

IBR 2010, 554

ImmWert 2010, 34

JA 2011, 65-66

MDR 2010, 1251-1252

NJ 2010, 475-476

NJW 2010, 3085-3086

NWB 2010, 2441

NWB direkt 2010, 823

NZBau 2010, 690-691

RdW 2010, 636-637

UBB 2010, 8

V&S 2010, 6

WM 2010, 1995-1997

ZAP 2010, 986

ZAP EN-Nr. 621/2010

ZfBR 2010, 668-669

ZfBR 2010, 767-769

ZGS 2010, 388 (Pressemitteilung)

ZGS 2010, 466-468

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 634 Nr. 4, § 280 Abs. 3, § 281 Abs. 1 Satz 1

Ein vor der Mängelbeseitigung geltend gemachter Anspruch auf Schadensersatz statt der Leistung wegen der Mängel an einem Bauwerk umfasst nicht die auf die voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten entfallende Umsatzsteuer.

Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 24. Juni 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka,
den Richter Bauner,
die Richterin Safari Chabestari,
den Richter Halfmeier und
den Richter Leupertz
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des 28. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 29. September 2009 aufgehoben.

Auf die Berufung des Beklagten wird das Urteil des Landgerichts München II vom 20. April 2009 teilweise abgeändert und wie folgt neu gefasst:

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kläger werden verurteilt, als Gesamtschuldner an den Beklagten 1.186,00 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab dem 3. Juli 2008 zu zahlen. Die weitergehende Widerklage wird abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits erster Instanz tragen der Beklagte 82 % und die Kläger als Gesamtschuldner 18 %.

Der Beklagte trägt die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens des Landgerichts München II - .

Die Kläger tragen die Kosten der Rechtsmittelverfahren.

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Top 10 Baurechtsurteile des BGH in 2015 – ein Jahresrückblick

Top 10 Baurechtsurteile des BGH in 2015 – ein Jahresrückblick

Welche Entwicklung hat die Rechtsprechung zum privaten Baurecht in 2015 genommen? In den wichtigsten Bereichen des Baurechts - Vergütung, Mängel, Bürgschaften - ergingen teils wegweisende neue… mehr

Bundesgerichtshof ändert Rechtssprechung zur Berechnung eines Schadensersatzanspruches wegen eines Baumangels, VII ZR 176/09

Bundesgerichtshof ändert Rechtssprechung zur Berechnung eines Schadensersatzanspruches wegen eines Baumangels, VII ZR 176/09

Der u. a. für das Baurecht zuständige VII. Zivilsenat hat neue Grundsätze aufgestellt, nach denen ein Schadensersatzanspruch wegen eines Baumangels zu berechnen ist. Der Beklagte errichtete im… mehr