BGH, 22.07.2010 - III ZR 203/09 - Auswirkungen der Kenntniserlangung eines Kapitalanlegers von einer bestimmten Pflichtverletzung des Anlageberaters oder Anlagevermittlers im Hinblick auf grob fahrlässige weitere Pflichtverletzungen; Verjährungsbeginn bei einem auf mehrere Fehler gestützten Schadensersatzanspruch

Bundesgerichtshof
Urt. v. 22.07.2010, Az.: III ZR 203/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 22.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 21453
Aktenzeichen: III ZR 203/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 14.11.2008 - AZ: 27 O 1275/08

OLG München - 17.06.2009 - AZ: 20 U 5675/08

Fundstellen:

BB 2010, 2057-2058

MDR 2010, 1183-1184

NJW-RR 2010, 1623-1625

NWB 2010, 2769

NWB direkt 2010, 917

NZG 2010, 1026-1029

VersR 2011, 1144-1146

WM 2010, 1690-1694

WuB 2010, 735-737

ZAP 2010, 986

ZAP EN-Nr. 623/2010

ZBB 2010, 433

ZIP 2010, 1760-1763

Amtlicher Leitsatz:

BGB §§ 195, 199 Abs. 1 Nr. 2, § 675

Erhält ein Kapitalanleger Kenntnis von einer bestimmten Pflichtverletzung des Anlageberaters oder -vermittlers, so handelt er bezüglich weiterer Pflichtverletzungen nicht grob fahrlässig, wenn er die erkannte Pflichtverletzung nicht zum Anlass nimmt, den Anlageprospekt nachträglich durchzulesen, auch wenn er bei der Lektüre des Prospekts Kenntnis auch der weiteren Pflichtverletzungen erlangt hätte (Fortführung von BGH, Urteil vom 8. Juli 2010 - III ZR 249/09 - für BGHZ vorgesehen).

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 22. Juli 2010
durch
den Vizepräsidenten Schlick sowie
die Richter Dr. Herrmann, Wöstmann, Hucke und Seiters
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 20. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 17. Juni 2009 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsrechtszugs, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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