BGH, 21.07.2011 - V ZB 48/10 - Gefährdung des Erfolgs der Behandlung einer lebensbedrohlichen Erkrankung des Schuldners durch die Fortführung des Zwangsversteigerungsverfahrens als vom Vollstreckungsgericht zu berücksichtigender Umstand

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 21.07.2011, Az.: V ZB 48/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 21.07.2011
Referenz: JurionRS 2011, 22165
Aktenzeichen: V ZB 48/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Bottrop - 11.03.2009 - AZ: 16 K 40/07

LG Essen - 03.02.2010 - AZ: 7 T 161/09

Rechtsgrundlage:

§ 765a ZPO

Fundstellen:

BtPrax 2011, 260-261

DWW 2012, 38

FamRZ 2011, 1582-1583

FF 2011, 512

FoVo 2011, 215

JurBüro 2012, 47-48

MDR 2011, 1136-1137

NJW 2011, 8

NJW-RR 2011, 1452-1453

NZM 2011, 788-789

RENOpraxis 2011, 275

Rpfleger 2012, 38-39

WM 2011, 1707-1708

WuM 2011, 531-532

ZAP 2011, 1082

ZAP EN-Nr. 688/2011

ZfIR 2011, 886-888

Amtlicher Leitsatz:

ZPO § 765a

Das Vollstreckungsgericht muss bei der Durchführung des Zwangsversteigerungsverfahrens unter Abwägung der Interessen der Beteiligten dem Umstand Rechnung tragen, dass die Fortführung des Zwangsversteigerungsverfahrens den Erfolg der Behandlung einer lebensbedrohlichen Erkrankung des Schuldners gefährdet.

Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 21. Juli 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger,
die Richter Dr. Lemke und Prof. Dr. Schmidt-Räntsch,
die Richterin Dr. Stresemann und
den Richter Dr. Czub
beschlossen:

Tenor:

Auf die Rechtsbeschwerde der Schuldner wird der Beschluss der 7. Zivilkammer des Landgerichts Essen vom 3. Februar 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur erneuten Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Beschwerdegericht zurückverwiesen.

Die Vollstreckung aus dem Zuschlagsbeschluss des Amtsgerichts Bottrop vom 11. März 2009 (16 K 40/07) wird bis zur erneuten Entscheidung über die Beschwerde der Schuldner gegen den Zuschlagsbeschluss eingestellt.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt für die Gerichtskosten 123.000 EUR,

für die Vertretung der Schuldner und der Ersteher 206.000 EUR und für die Vertretung der Gläubigerin 46.016,27 EUR.

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