BGH, 21.01.2010 - I ZR 215/07 - Anspruch des Transportversicherers auf Schadenersatz gegen den Frachtführer wegen Verlusts von Transportgut; Mitverschulden des Transportversicherers wegen Unterlassens eines Hinweises auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens; Beurteilung des Vorliegens eines ungewöhnlich hohen Schadens unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des jeweiligen Einzelfalls

Bundesgerichtshof
Urt. v. 21.01.2010, Az.: I ZR 215/07
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 21.01.2010
Referenz: JurionRS 2010, 11078
Aktenzeichen: I ZR 215/07
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Duisburg - 20.11.2006 - AZ: 24 O 21/04

OLG Düsseldorf - 21.11.2007 - AZ: I-18 U 200/06

OLG Düsseldorf - 08.01.2008 - AZ: I-18 U 200/06

Rechtsgrundlagen:

Art. 17 Abs. 1 CMR

Art. 23 Abs. 3 CMR

Art. 29 CMR

§ 254 Abs. 2 BGB

§ 431 Abs. 1 HGB

Fundstellen:

JZ 2010, 190-191

MDR 2010, 510

NJW 2010, 8

NJW-RR 2010, 909-911

NZV 2010, 297

RIW/AWD 2011, 84-86

TranspR 2010, 189-192

VersR 2010, 928-930

ZGS 2010, 152

Amtlicher Leitsatz:

Sehen die Geschäfts- oder Beförderungsbedingungen eines Frachtführers keine Regelung für seine Höchstbetragshaftung im Fall des Verlusts des Transportguts vor, liegt es im Regelfall nahe, für die Frage, ob ein ungewöhnlich hoher Schaden i.S. von § 254 Abs. 2 Satz 1 BGB droht, von dem zehnfachen Betrag der Haftungsbegrenzung nach § 431 Abs. 1 HGB, Art. 23 Abs. 3 CMR auszugehen (Fortführung von BGH, Urt. v. 1.12.2005 - I ZR 31/04, NJW 2006, 1426 = TranspR 2006, 212). Ist durch vorformulierte Vertragsbedingungen (§ 449 Abs. 2 Satz 2 HGB) ein geringerer als der in § 431 Abs. 1 HGB vorgesehene Höchstbetrag vereinbart worden, ist von dem zehnfachen Betrag der vereinbarten Haftungshöchstsumme auszugehen.

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 1. Oktober 2009
durch
die Richter Dr. Bergmann, Pokrant, Prof. Dr. Büscher, Dr. Schaffert und Dr. Koch
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 18. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 21. November 2007 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.

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