BGH, 17.02.2011 - IX ZR 131/10 - Vorliegen eines Gesellschafterdarlehens bei einer Forderung aus der Rechtshandlung eines Dritten nicht alleinig aus Gründen des Gegebenseins einer nahestehenden Person i.S.d. § 138 Insolvensordnung (InsO); Begründung einer wirtschaftliche Gleichstellung mit einem Gesellschafterdarlehen nach dem ersten Anschein bei Gewährung eines ungesicherten Darlehns durch eine nahestehende Person

Bundesgerichtshof
Urt. v. 17.02.2011, Az.: IX ZR 131/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 17.02.2011
Referenz: JurionRS 2011, 11726
Aktenzeichen: IX ZR 131/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Stuttgart - 25.02.2010 - AZ: 12 O 383/09

OLG Stuttgart - 14.07.2010 - AZ: 3 U 50/10

Fundstellen:

BGHZ 188, 363 - 373

BB 2011, 705

BB 2011, 851-853

DB 2011, 6

DB 2011, 699-702

DNotZ 2011, 785-789

DStR 2011, 10

DStR 2011, 681-684

EWiR 2011, 285

GmbHR 2011, 413-417

GmbH-StB 2011, 172-173

GWR 2011, 171

KSI 2011, 136-137

KSI 2011, 137-138

MDR 2011, 568-569

NJW 2011, 1503-1506

NJW-Spezial 2011, 309-310

NWB 2011, 1041

NWB direkt 2011, 315

NZG 2011, 477-480

NZG 2011, 501

NZG 2011, 618

NZI 2011, 257-260

NZI 2011, 395

StuB 2011, 359

WM 2011, 563-566

WuB 2011, 469-470

ZInsO 2011, 626-630

ZInsO 2012, 1146

ZIP 2011, 575-578

Amtlicher Leitsatz:

InsO §§ 38, 39 Abs. 1 Nr. 5, § 138; ZPO § 286 C, G

  1. a)

    Die Forderung aus der Rechtshandlung eines Dritten entspricht einem Gesellschafterdarlehen nicht schon deshalb, weil es sich bei dem Dritten um eine nahestehende Person im Sinne des § 138 InsO handelt.

  2. b)

    Gewährt eine nahestehende Person (§ 138 InsO) dem Schuldner ein ungesichertes Darlehen, begründet dies keinen ersten Anschein für eine wirtschaftliche Gleichstellung mit einem Gesellschafterdarlehen.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 17. Februar 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser,
den Richter Raebel,
die Richterin Lohmann,
den Richter Grupp und
die Richterin Möhring
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 14. Juli 2010 wird auf Kosten des Beklagten mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass die von der Klägerin zu 1 zur Insolvenztabelle der M. GmbH & Co. KG, Az. Amtsgericht Esslingen 5 IN 405/08, im Rang des § 38 InsO in Höhe von 1.005.444,44 € angemeldete Forderung zugunsten der Klägerin zu 1 und die von der am 5. August 2010 verstorbenen A. M. zur Insolvenztabelle der M. GmbH & Co. KG, Az. Amtsgericht Esslingen 5 IN 405/08, im Rang des § 38 InsO in Höhe von 228.046,52 € angemeldete Forderung als Forderung der Kläger zu 2a) bis d) in ungeteilter Erbengemeinschaft nach A. M. zur Insolvenztabelle festgestellt werden.

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