BGH, 16.12.2010 - IX ZA 30/10 - Leistung eines gutgläubigen Drittschuldners zur Erfüllung einer gegenüber dem Schuldner bestehenden Verbindlichkeit in Unkenntnis der Freigabeerklärung des Insolvenzverwalters; Eintritt der Befreiung in entsprechender Anwendung des § 82 Insolvenzordnung (InsO)

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 16.12.2010, Az.: IX ZA 30/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 16.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 32118
Aktenzeichen: IX ZA 30/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG München - 29.09.2009 - AZ: 155 C 2627/09

LG München I - 11.05.2010 - AZ: 11 S 23373/09

Rechtsgrundlagen:

§ 35 InsO

§ 82 InsO

Fundstellen:

BB 2011, 467

BB 2011, 321

DStR 2011, 630-631

MDR 2011, 390

NJW-Spezial 2011, 343

NWB 2011, 424

NZI 2011, 104

StuB 2011, 320

WuB 2011, 287-288

ZInsO 2011, 701

ZInsO 2011, 281-282

ZIP 2011, 234

ZVI 2011, 225-226

Amtlicher Leitsatz:

InsO §§ 35, 82

Erbringt der gutgläubige Drittschuldner in Unkenntnis der Freigabeerklärung des Insolvenzverwalters an diesen eine Leistung zur Erfüllung einer gegenüber dem Schuldner bestehenden Verbindlichkeit, so kann in entsprechender Anwendung von § 82 InsO Befreiung eintreten.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser,
den Richter Vill,
die Richterin Lohmann und
die Richter Dr. Fischer und Dr. Pape
am 16. Dezember 2010
beschlossen:

Tenor:

Der Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe zur Durchführung der Revision gegen das Urteil der 11. Zivilkammer des Landgerichts München I vom 11. Mai 2010 wird abgelehnt.

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