BGH, 14.07.2009 - XI ZR 152/08 - Informationspflichterfüllung einer Bank durch Benachrichtigung eines Kunden in leicht verständlicher schriftlicher Form über die Sicherungseinrichtung unter zusätzlicher Aufnahme dieser Information in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und eines weiteren Hinweises vor Aufnahme der Geschäftsbeziehung; Zulässigkeit einer Einlageempfehlung einer Bank bei ihr selbst i.R.d. Zustandekommens eines Beratungsvertrages bei Bestehen der gesetzlichen Mindestdeckung nach dem Einlagensicherungsgesetz und Anlegerentschädigungsgesetz; Beweislast einer behaupteten Aufklärungspflichtverletzung oder Beratungspflichtverletzung ; Überprüfung einer tatrichterlichen Würdigung eines Berufungsgerichts durch das Revisionsgericht; Erfassung eines Neukunden als Adressat des nach § 23a Abs. 1 S. 2 Kreditwesengesetz (KWG) geschuldeten Information eines Kreditinstituts; Bestimmung von Inhalt und Umfangs eines Beratungsgesprächs nach einzelfallabhängigen Umständen

Bundesgerichtshof
Urt. v. 14.07.2009, Az.: XI ZR 152/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 14.07.2009
Referenz: JurionRS 2009, 19576
Aktenzeichen: XI ZR 152/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Dresden - 16.08.2007 - AZ: 9 O 3931/06

OLG Dresden - 16.04.2008 - AZ: 8 U 1543/07

Rechtsgrundlagen:

§ 23a Abs. 1 KWG i.d.F. vom 1. August 1998

§ 4 Abs. 2 ESAEG

§ 67 Hs. 2 ZPO

§ 559 ZPO

§ 562 Abs. 1 ZPO

§ 126 Abs. 1 BGB

Fundstellen:

BB 2009, 1873

BB 2009, 1996-2000

BGHReport 2009, 1107-1109

DB 2009, 2093-2096

EWiR 2009, 623

GWR 2009, 298

Kreditwesen 2010, 81-82

MDR 2009, 1287-1289

NJW 2009, 3429-3433

NWB 2009, 2306

NWB direkt 2009, 784

NZG 2009, 1186-1190

RdW 2009, 570-572

VP 2010, 2

VuR 2009, 381-382

WM 2009, 1647-1652

WuB 2010, 9-10

ZAP EN-Nr. 627/2009

ZBB 2009, 396

ZIP 2009, 1654-1659

Amtlicher Leitsatz:

Eine Bank genügt ihrer Pflicht nach § 23a Abs. 1 Satz 2 KWG i.d.F. vom 1. August 1998, einen Kunden schriftlich in leicht verständlicher Form über die Sicherungseinrichtung zu informieren, wenn die Information in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten ist und sie den Kunden hierauf vor Aufnahme der Geschäftsbeziehung gesondert hinweist.

Eine Bank darf bei Zustandekommen eines Beratungsvertrages einem Kunden, der ein besonderes Interesse an der Nominalsicherheit einer Geldanlage offenbart hat, keine Einlage bei ihr selbst empfehlen, wenn bei ihr nur die gesetzliche Mindestdeckung nach dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz besteht.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 26. Mai 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Wiechers,
den Richter Dr. Joeres,
die Richterin Mayen und
die Richter Dr. Ellenberger und Dr. Grüneberg
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden vom 16. April 2008 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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