BGH, 12.05.2010 - I ZR 121/08 - Sekundäre Darlegungslast eines Inhabers eines Internetanschlusses bei Geltendmachung der Rechtsverletzung durch einen Dritten; Sicherung eines WLAN-Anschlusses durch einen Inhaber bei Einstellung von urheberrechtlich geschützten Musiktiteln in Internettauschbörsen durch einen unbefugten Dritten; Auskünfte über den Namen eines hinter einer IP-Adresse stehenden Anschlussinhabers durch Regelungen des Telekommunikationsgesetzes über die Bestandsdatenabfrage

Bundesgerichtshof
Urt. v. 12.05.2010, Az.: I ZR 121/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 12.05.2010
Referenz: JurionRS 2010, 16376
Aktenzeichen: I ZR 121/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Frankfurt am Main - 05.10.2007 - AZ: 2/3 O 19/07

OLG Frankfurt am Main - 01.07.2008 - AZ: 11 U 52/07

Fundstellen:

BGHZ 185, 330 - 341

AfP 2010, 373-376

BB 2010, 1417-1418

BlPMZ 2010, 332

CR 2010, 458-461

DB 2010, 20-22

DSB 2010, 24

DuD 2010, 727-729

EBE/BGH 2010, 186-188

EWiR 2010, 503

GRUR 2010, 633-636 "Sommer unseres Lebens"

GRUR-Prax 2010, 269

GuT 2010, 258-261

IR 2010, 214-215

ITRB 2010, 151

JR 2011, 347-350

JuS 2010, 11

JZ 2010, 306

K&R 2010, 492-495 ""Sommer unseres Lebens""

MDR 2010, 882-884

MDR 2010, 8

Mitt. 2010, 389 "Sommer unseres Lebens"

MMR 2010, 565-568

NJ 2010, 351-352

NJW 2010, 8

NJW 2010, 2061-2064 "Sommer unseres Lebens"

NWB 2010, 1665

NWB direkt 2010, 582

RdW 2010, 379-380

StBW 2010, 474 (Pressemitteilung)

VersR 2010, 1050-1053

VuR 2010, 358-359

WRP 2010, 912-916 "Sommer unseres Lebens"

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZAP EN-Nr. 421/2010

ZGS 2010, 295-296 (Pressemitteilung)

ZUM 2010, 696-699

Amtlicher Leitsatz:

UrhG §§ 19a, 97

  1. a)

    Den Inhaber eines Internetanschlusses, von dem aus ein urheberrechtlich geschütztes Werk ohne Zustimmung des Berechtigten öffentlich zugänglich gemacht worden ist, trifft eine sekundäre Darlegungslast, wenn er geltend macht, nicht er, sondern ein Dritter habe die Rechtsverletzung begangen.

  2. b)

    Der Inhaber eines WLAN-Anschlusses, der es unterlässt, die im Kaufzeitpunkt des WLAN-Routers marktüblichen Sicherungen ihrem Zweck entsprechend anzuwenden, haftet als Störer auf Unterlassung, wenn Dritte diesen Anschluss missbräuchlich nutzen, um urheberrechtlich geschützte Musiktitel in Internettauschbörsen einzustellen.

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 18. März 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bornkamm und
die Richter Pokrant, Prof. Dr. Büscher, Dr. Kirchhoff und Dr. Koch
für Recht erkannt:

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