BGH, 08.06.2009 - II ZR 147/08 - Vereinbarkeit der Zahlung von Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung durch einen Geschäftsführer nach der Insolvenzreife einer Gesellschaft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns; Erstattungspflicht bzgl. der Zahlung von Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung durch einen Geschäftsführer nach der Insolvenzreife einer Gesellschaft

Bundesgerichtshof
Urt. v. 08.06.2009, Az.: II ZR 147/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 08.06.2009
Referenz: JurionRS 2009, 17402
Aktenzeichen: II ZR 147/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 14.09.2007 - AZ: 6 O 18080/06

OLG München - 30.04.2008 - AZ: 7 U 5132/07

Fundstellen:

BB 2009, 1593

BB 2009, 1777

BGHReport 2009, 991-993

DB 2009, 1697-1698

DStR 2009, 1710-1711

DStR 2009, 2059

DZWIR 2009, 466-467

EBE/BGH 2009, 251-252

EWiR 2009, 675

GmbHR 2009, 991-992

GmbH-StB 2009, 244

GuT 2009, 236-237

GWR 2009, 242

KÖSDI 2009, 16627

KSI 2009, 235

MDR 2009, 1054

NJ 2009, 435

NJW 2009, 2599-2600

NJW-Spezial 2009, 545

NWB 2009, 2392

NWB direkt 2009, 806

NZG 2009, 984

NZG 2009, 913-914

PStR 2009, 224

RENOpraxis 2009, 168

schnellbrief 2009, 7

SJ 2009, 39-40

StX 2009, 542-543

VersR 2010, 75-76

wistra 2010, 186-187

WM 2009, 1514-1515

WPg 2009, 1092

WuB 2010, 33

ZAP EN-Nr. 575/2009

ZInsO 2009, 1456-1457

ZIP 2009, 1468-1469

Amtlicher Leitsatz:

Die Zahlung von Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung durch den Geschäftsführer ist nach der Insolvenzreife der Gesellschaft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns nicht vereinbar und führt zur Erstattungspflicht nach § 64 Satz 1 und 2 GmbHG.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 8. Juni 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Kraemer, Caliebe, Dr. Reichart und Dr. Drescher
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Rechtsmittel des Klägers wird das Urteil des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 30. April 2008 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als zum Nachteil des Klägers erkannt worden ist.

Auf die Anschlussberufung des Klägers wird das Urteil des Landgerichts München I vom 14. September 2007 wie folgt teilweise abgeändert:

Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger weitere 6.937,09 EUR nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 13. Mai 2006 zu bezahlen. Hinsichtlich dieses Anspruchs wird dem Beklagten vorbehalten, seine Rechte nach Erstattung an die Masse gegen den Insolvenzverwalter zu verfolgen.

Im Umfang der weitergehenden Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens und der Revision, an den 23. Zivilsenat des Berufungsgerichts zurückverwiesen.

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