BGH, 05.08.2010 - 2 StR 296/10 - Verurteilung eines Angeklagten wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge im Falle des gewerblichen Weiterverkaufes von 2.000 Ecstasy-Tabletten mit einem Wirkstoffgehalt von zwei Prozent bei einem durchschnittlich vorkommenden Gewicht von etwa 200-250 mg pro Tablette

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 05.08.2010, Az.: 2 StR 296/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 05.08.2010
Referenz: JurionRS 2010, 22489
Aktenzeichen: 2 StR 296/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Aachen - 01.03.2010

Fundstelle:

StraFo 2010, 472

Verfahrensgegenstand:

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge

Redaktioneller Leitsatz:

Allein aufgrund der Stückzahl (hier: 2.000) kann nicht ohne weiteres die sichere Feststellung der Überschreitung des Grenzwerts der "nicht geringen Menge" bei Ecstasy-Tabletten von 30 Gramm MDA/MDMA/MDE-Base getroffen werden, da die in der Praxis als Ecstasy vertriebene Tabletten von unterschiedlichem Gewicht sind.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf Antrag des Generalbundesanwalts und
nach Anhörung des Beschwerdeführers
am 5. August 2010
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Aachen vom 1. März 2010 dahin abgeändert, dass

    1. a)

      der Angeklagte im Fall II. 9 der Urteilsgründe des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln schuldig ist,

    2. b)

      die Einzelstrafe im Fall II. 9 der Urteilsgründe auf ein Jahr Freiheitsstrafe festgesetzt wird.

  1. 2.

    Die weitergehende Revision wird verworfen.

  2. 3.

    Der Angeklagte hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

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