BGH, 04.08.2010 - XII ZR 118/08 - Verschuldensunabhängige Haftung des Begünstigten einer Gebrauchsüberlassung aus Gefälligkeit für die Beschädigung des überlassenen Gegenstandes durch einen Dritten durch entsprechende Anwendung des § 603 S. 2 BGB

Bundesgerichtshof
Urt. v. 04.08.2010, Az.: XII ZR 118/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 04.08.2010
Referenz: JurionRS 2010, 22910
Aktenzeichen: XII ZR 118/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Lüneburg - 09.11.2007 - AZ: 39 C 116/07

LG Lüneburg - 01.07.2008 - AZ: 9 S 87/07

Fundstellen:

BB 2010, 2314

DAR 2010, 641-642

DAR 2011, 301-302

EBE/BGH 2010, 315-316

GuT 2010, 442-443

JurBüro 2011, 52-53

Life&Law 2010, 791-797

MDR 2010, 1254-1255

NJW 2010, 3087-3088 "Probefahrt"

NZM 2010, 717-718

NZV 2010, 613-614

RÜ 2010, 616-618

SVR 2010, 465-466

VersR 2011, 675-677

VRA 2010, 182

VRR 2010, 423-424

WM 2010, 2093-2094

ZAP 2010, 1091

ZAP EN-Nr. 684/2010

zfs 2011, 27-28

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 603 Satz 2 analog

Im Rahmen einer Gebrauchsüberlassung aus Gefälligkeit kann eine verschuldensunabhängige Haftung des Begünstigten für die Beschädigung des überlassenen Gegenstandes durch einen Dritten, an den der Gegenstand vom Begünstigten ohne Wissen des Gefälligen weitergegeben worden ist, nicht durch eine entsprechende Anwendung des § 603 Satz 2 BGB begründet werden.

Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 4. August 2010
durch
die Vorsitzende Richterin Dr. Hahne,
die Richterin Weber-Monecke und
die Richter Prof. Dr. Wagenitz, Schilling und Dr. Günter
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil der 9. Zivilkammer des Landgerichts Lüneburg vom 1. Juli 2008 aufgehoben.

Der Rechtsstreit wird zur erneuten Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Revisionsverfahrens - an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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