BGH, 01.03.2011 - XI ZR 135/10 - Vorliegen eines Kredits mit veränderlichen Bedingungen auch bei Verbinden eines endfälligen Festkredits mit einer Investmentfondsbeteiligung durch Aussetzen der Tilgung des Kredits für die Laufzeit des Darlehens und Leisten monatlicher Teilzahlungen auf die Fondsbeteiligung

Bundesgerichtshof
Urt. v. 01.03.2011, Az.: XI ZR 135/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 01.03.2011
Referenz: JurionRS 2011, 12570
Aktenzeichen: XI ZR 135/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 20.08.2009 - AZ: 22 O 23729/08

OLG München - 02.02.2010 - AZ: 5 U 4820/09

Rechtsgrundlagen:

§ 246 BGB

§ 812 Abs. 1 S. 1 BGB

§ 4 Abs. 1 S. 5 Nr. 1 Buchst. b S. 2 VerbrKrG a.F.

§ 6 Abs. 2 S. 2 VerbrKrG a.F.

Fundstellen:

BB 2011, 1235

BB 2011, 898

BKR 2011, 286-289

DB 2011, 8

DB 2011, 1579

MDR 2011, 678-679

NJW 2011, 8 "unechte Abschnittsfinanzierung"

NJW-RR 2011, 1140-1142

VersR 2012, 1003

VuR 2011, 237

WM 2011, 656-659

WuB 2012, 707-708

ZAP 2011, 666

ZAP EN-Nr. 421/2011

ZBB 2011, 210

ZGS 2011, 200-201

ZIP 2011, 702-704

Amtlicher Leitsatz:

VerbrKrG§ 4 Abs. 1 Satz 5 Nr. 1 Buchst. b Satz 2 VerbrKrG § 6 Abs. 2 Satz 2

Ein Kredit mit veränderlichen Bedingungen, bei dessen Abschluss der Gesamtbetrag aller vom Verbraucher zur Tilgung des Kredits sowie zur Zahlung der Zinsen und Kosten zu entrichtenden Teilzahlungen auf der Grundlage der bei Vertragsabschluss maßgeblichen Bedingungen anzugeben ist, liegt auch dann vor, wenn bei einer unechten Abschnittsfinanzierung ein endfälliger Festkredit mit einer Investmentfondsbeteiligung derart verbunden ist, dass die Tilgung des Kredits für die Laufzeit des Darlehens ausgesetzt wird und dafür außer einer Einmalzahlung monatliche Teilzahlungen auf die Fondsbeteiligung geleistet werden, die nach dem Anlagekonzept (hier: EuroPlan) später zur Rückzahlung des Kredits verwendet werden sollen.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 1. März 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Wiechers,
den Richter Dr. Joeres,
die Richterin Mayen und
die Richter Dr. Ellenberger und Dr. Matthias
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 2. Februar 2010 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

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