BFH, 28.04.2010 - I R 81/09 - Zinserträge aus der Anlage von Mieteinnahmen in den USA belegener Immobilien als Einkünfte "jeder anderen Art der Nutzung unbeweglichen Vermögens" i.S. von Art. 6 Abs. 3 Doppelbesteuerungsabkommen USA-Deutschland (DBA-USA 1989) a.F.; Freistellung von Zinserträge einer US-amerikanischen Personengesellschaft durch das DBA-USA 1989 a.F. von der deutschen Besteuerung

Bundesfinanzhof
Urt. v. 28.04.2010, Az.: I R 81/09
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 28.04.2010
Referenz: JurionRS 2010, 17412
Aktenzeichen: I R 81/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Schleswig-Holstein - 14.07.2009 - AZ: 5 K 210/07

Rechtsgrundlagen:

Art. 6 Abs. 3 DBA-USA 1989 a.F.

Art. 7 Abs. 1 DBA-USA 1989 a.F.

Art. 11 Abs. 1 DBA-USA 1989 a.F.

§ 15 Abs. 2 EStG 1990

§ 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG 1990

Fundstellen:

BFHE 229, 252 - 262

BB 2010, 1897-1901

BB 2010, 1563

BFH/NV 2010, 1550-1554

BFH/PR 2010, 351

BStBl II 2014, 754-759

DB 2010, 6

DB 2010, 1322-1326

DStR 2010, 6-7

DStR 2010, 1220-1223

DStRE 2010, 832

EStB 2010, 283-284

FR 2010, 5

FR 2010, 903-907

GStB 2010, 32

GWR 2010, 335

HFR 2010, 915-918

IStR 2010, 525-529

IStR 2010, 786-787

IWB 2010, 890

KÖSDI 2010, 17025

KSR direkt 2010, 7

NWB 2010, 1957

NWB direkt 2010, 675

NZG 2010, 860

RIW/AWD 2010, 572-575

StB 2010, 260-261

StBW 2010, 534-535

StuB 2010, 515

StX 2010, 388-389

ZfIR 2010, 690-694

Jurion-Abstract 2010, 224852 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Zinserträge aus der Anlage von Mieteinnahmen in den USA belegener Immobilien sind keine Einkünfte "jeder anderen Art der Nutzung unbeweglichen Vermögens" i.S. von Art. 6 Abs. 3 DBA-USA 1989 a.F.

  2. 2.

    Zinserträge, die von einer i.S. von § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG 1990 gewerblich geprägten, aber vermögensverwaltend tätigen US-amerikanischen Personengesellschaft erzielt werden, an der unmittelbar oder mittelbar in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtige Personen beteiligt sind, unterliegen grundsätzlich als Zinseinnahmen i.S. von Art. 11 Abs. 1 DBA-USA 1989 a.F. der deutschen und nicht als gewerbliche Gewinne eines Unternehmens i.S. von Art. 7 Abs. 1 DBA-USA 1989 a.F. der US-amerikanischen Besteuerung (entgegen BMF-Schreiben vom 24. Dezember 1999, BStBl I 1999, 1076 Tz. 1.1.5.1, jetzt BMF-Schreiben vom 16. April 2010, BStBl I 2010, 354 Tz. 2.2.1).

  3. 3.

    Für die Frage, ob ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung i.S. des § 34c Abs. 6 Satz 3 EStG 1990 die "Doppelbesteuerung beseitigt", ist allein auf die Sicht des deutschen Rechts abzustellen.

  4. 4.

    Eine Vermeidung der Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung nach Art. 23 Abs. 2 Buchst. b Doppelbuchst. gg DBA-USA 1989 a.F. und Nr. 21 Satz 1 Buchst. a Doppelbuchst. a.A. des Protokolls zu Art. 23 und 25 DBA-USA 1989 a.F. (i.V.m. § 34c Abs. 6 Satz 2 EStG 1990) erfordert im Hinblick auf die Voraussetzung, dass "der Konflikt sich nicht durch ein Verfahren nach Art. 25 DBA-USA regeln lässt", grundsätzlich ein erfolglos gebliebenes Verständigungsverfahren, zumindest jedoch, dass im konkreten Fall die Durchführung eines Verständigungsverfahrens durch die zuständigen Behörden abgelehnt worden ist.

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