BFH, 26.11.2009 - III R 40/07 - Kundenstamm und Know-how als Geschäftswert oder selbstständig übertragbares immaterielles Wirtschaftsgut oder als persönliche Eigenschaft des Unternehmers; Steuerliche Anerkennung der Verpachtung von "Kundenstamm und Know-how im Hinblick auf die Lieferanten" vom Einzelunternehmen an eine neu gegründete, die Geschäfte fortführende GmbH

Bundesfinanzhof
Urt. v. 26.11.2009, Az.: III R 40/07
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 26.11.2009
Referenz: JurionRS 2009, 31747
Aktenzeichen: III R 40/07
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Niedersachsen - 10.05.2006 - AZ: 12 K 135/02

Fundstellen:

BFHE 227, 460 - 466

BB 2010, 469

BB 2010, 684

BB 2011, 43

BBK 2010, 297

BFH/NV 2010, 721-724

BFH/PR 2010, 161

BStBl II 2010, 609-611 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2010, 367-368

DStR 2010, 371-373

DStRE 2010, 440

EStB 2010, 84

FR 2010, 480-481

GWR 2010, 127

HFR 2010, 454-455

KoR 2010, 174

KÖSDI 2010, 16868-16869

KSR direkt 2010, 2

NWB 2010, 570

NWB direkt 2010, 176

StB 2010, 97

StBW 2010, 145-146

StC 2010, 7

StuB 2010, 199

StX 2010, 117

WPg 2010, 359-361

ZAP EN-Nr. 332/2010

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZBB 2010, 178

Amtlicher Leitsatz:

Kundenstamm und Know-how als Geschäftswert, als selbstständig übertragbares immaterielles Wirtschaftsgut oder als persönliche Eigenschaft des Unternehmers?

  1. 1.

    Der Geschäftswert ist Ausdruck der Gewinnchancen eines Unternehmens, soweit diese nicht auf einzelnen Wirtschaftsgütern oder der Person des Unternehmers beruhen, sondern auf dem Betrieb eines lebenden Unternehmens. Eine Bindung von Kunden an die Person des Unternehmers statt an das Unternehmen kommt auch bei Handelsunternehmen in Betracht, wenn überwiegend der Unternehmer nach außen in Erscheinung tritt und die Mitarbeiter, die Betriebsorganisation oder die Lage des Betriebes für den Erfolg unbedeutend sind.

  2. 2.

    Werden "Kundenstamm und Know-how im Hinblick auf die Lieferanten" vom Einzelunternehmen an eine neu gegründete, die Geschäfte fortführende GmbH verpachtet, so kann dies steuerlich anzuerkennen sein, wenn es sich beim Kundenstamm und Know-how nicht um den Geschäftswert handelt, sondern um ein oder mehrere immaterielle Wirtschaftsgüter des Einzelunternehmens, die selbständig übertragen werden können.

Diese Artikel im Bereich Steuern und Steuerstrafrecht könnten Sie interessieren

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

Wegen einer sogenannten „gewerblichen Infizierung“ durch integrierte Versorgung können die gesamten Einkünfte der ärztlichen Gemeinschaftspraxis der Gewerbesteuer unterliegen. mehr

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Die Zuhilfenahme von qualifiziertem Personal greift die Freiberuflichkeit des einstellenden Arztes nicht an. Solange dieser bei der Erledigung der einzelnen Aufträge aufgrund eigener Fachkenntnisse… mehr

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Das Aufnehmen von eigenverantwortlich tätigen Ärzten in die GbR kann eine Gewerbesteuerpflicht für Gemeinschaftspraxen nach sich ziehen. Nämlich dann, wenn von den Mitunternehmern kein… mehr