BFH, 25.11.2010 - VI R 28/10 - Ermittlung der Angemessenheit und Notwendigkeit von Unterhaltsleistungen an Unterhaltsempfänger im Ausland anhand des Pro-Kopf-Einkommens; Übersteigen der tatsächlichen Lebenshaltungskosten des Unterhaltsempfängers das Pro-Kopf-Einkommen seines Wohnsitzstaates; Berücksichtigung der durchschnittlichen Lebensverhältnisse eines Staates insgesamt

Bundesfinanzhof
Urt. v. 25.11.2010, Az.: VI R 28/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 25.11.2010
Referenz: JurionRS 2010, 32582
Aktenzeichen: VI R 28/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Niedersachsen - 16.03.2010 - AZ: 15 K 14346/09

Fundstellen:

BFH/NV 2011, 490-491

BFH/PR 2011, 135

BStBl II 2011, 283-285 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2011, 279

DStRE 2011, 217-218

EStB 2011, 105

FamRZ 2011, 562

FR 2011, 584

GStB 2011, 14

HFR 2011, 295-296

KÖSDI 2011, 17346

NWB 2011, 416

RdW 2011, 296-298

StB 2011, 59

StBW 2011, 151

StX 2011, 87-88

Jurion-Abstract 2010, 225160 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Die Ermittlung der Angemessenheit und Notwendigkeit von Unterhaltsleistungen an Unterhaltsempfänger im Ausland anhand des Pro-Kopf-Einkommens ist nicht zu beanstanden, weil die Lebensverhältnisse eines Staates dadurch realitätsgerecht abgebildet werden.

  2. 2.

    Ein steuerlich unzutreffendes Ergebnis bei der Anwendung der Ländergruppeneinteilung ist nicht zu beklagen, wenn die tatsächlichen Lebenshaltungskosten des Unterhaltsempfängers das Pro-Kopf-Einkommen seines Wohnsitzstaates übersteigen. Denn § 33a Abs. 1 Satz 5 EStG verlangt die Berücksichtigung der durchschnittlichen Lebensverhältnisse eines Staates insgesamt.

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