BFH, 17.02.2010 - II R 23/09 - Abzug der auf geerbten Forderungen ruhenden latenten Einkommensteuerlast des Erben als Nachlassverbindlichkeit; Berücksichtigung von bis zum Tod eines Erblassers angefallenen, aber noch nicht fälligen Zinsansprüche mit ihrem Nennwert ohne Abzug der Kapitalertragsteuer i.R.d. erbschaftsteuerlichen Erwerbs festverzinslicher Wertpapiere; Geltendmachung einer wegen der kumulativen Belastung mit Erbschaftsteuer und Einkommensteuer behaupteten Übermaßbesteuerung durch Rechtsbehelf gegen den Einkommensteuerbescheid

Bundesfinanzhof
Urt. v. 17.02.2010, Az.: II R 23/09
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 17.02.2010
Referenz: JurionRS 2010, 15663
Aktenzeichen: II R 23/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG München - 18.02.2009 - AZ: 4 K 1131/07

nachgehend:

BVerfG - 07.04.2015 - AZ: 1 BvR 1432/10

Fundstellen:

BB 2010, 1309 (Pressemitteilung)

BFH/NV 2010, 1361-1363

BFH/PR 2010, 311

BStBl II 2010, 641-644 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2010, 1217-1218

DB 2010, 13

DB 2010, 16-18

DNotI-Report 2010, 126-127

DStR 2010, 9-10

DStR 2010, 1029-1031

DStRE 2010, 700

EE 2010, 109-110

ErbBstg 2010, 144-145

ErbR 2010, 271 (amtl. Leitsatz)

ErbStB 2010, 198

EStB 2010, 212

FamRZ 2010, 1079

FR 2010, 952-954

GStB 2010, 29

HFR 2010, 832-834

KÖSDI 2010, 16995

KSR direkt 2010, 9

NJW 2010, 2974-2976

NVwZ 2010, 8

NWB 2010, 1662

NWB direkt 2010, 580

RdW 2010, 565-567

StB 2010, 221

StBW 2010, 542-543

StuB 2010, 477

StX 2010, 333

V&S 2010, 6

VP 2010, 110-111

WPg 2010, 761-762 (Pressemitteilung)

WPg 2010, 792-793

ZEV 2010, 326-328

Jurion-Abstract 2010, 224757 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Gehören zu einem erbschaftsteuerlichen Erwerb festverzinsliche Wertpapiere, sind die bis zum Tod des Erblassers angefallenen, aber noch nicht fälligen Zinsansprüche (sog. Stückzinsen) mit ihrem Nennwert ohne Abzug der Kapitalertragsteuer anzusetzen.

  2. 2.

    Fließen die Zinsen dem Erben zu, kann die dafür bei ihm entstehende Einkommensteuer nicht als Nachlassverbindlichkeit bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer abgezogen werden. Das gilt auch für die Veranlagungszeiträume 1999 bis 2008, in denen nach der Aufhebung des § 35 EStG a.F. und vor der Einführung des § 35b EStG die Doppelbelastung nicht durch eine Anrechnungsregelung bei der Einkommensteuer abgemildert wird.

  3. 3.

    Eine wegen der kumulativen Belastung mit Erbschaftsteuer und Einkommensteuer behauptete Übermaßbesteuerung (Art. 14 Abs. 1 GG) ist durch Rechtsbehelf gegen den Einkommensteuerbescheid geltend zu machen.

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