BFH, 15.04.2010 - V R 10/09 - Vermögensverwaltung sowie öffentlich-rechtliche Überlassung von Personal und Sachmitteln als "Betrieb gewerblicher Art" einer Universität; Vorliegen von steuerbaren und steuerpflichtigen Leistungen einer Universität aufgrund der Gestattung des Aufstellens von Automaten gegen Entgelt durch privatrechtlichen Vertrag; Unternehmereigenschaft einer Universität durch Überlassen von Personal und Sachmittel gegen Entgelt auf öffentlich-rechtlicher Rechtsgrundlage

Bundesfinanzhof
Urt. v. 15.04.2010, Az.: V R 10/09
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 15.04.2010
Referenz: JurionRS 2010, 17423
Aktenzeichen: V R 10/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Münster - 11.12.2008 - AZ: 5 K 6658/03 U

Fundstellen:

BFHE 229, 416 - 428

BB 2010, 2088-2092

BB 2010, 1629 (Pressemitteilung)

BB 2011, 23

BeSt 2010, 39-40

BFH/NV 2010, 1574-1579

BFH/PR 2010, 383-384

DB 2010, 6

DB 2010, 1440-1443

DB 2010, 11

DStR 2010, 8

DStR 2010, 1280-1285

DStRE 2010, 833

DStZ 2010, 658-659

GewArch 2010, 374-375

GK 2010, 278-279 (Pressemitteilung)

GK/Bay 2011, 61-68

GK/BW 2011, 21-22 (Pressemitteilung)

GStB 2010, 31

HFR 2010, 1083-1087

KommJur 2010, 8 (Pressemitteilung)

KommJur 2011, 19-24

KÖSDI 2010, 17027

NVwZ-RR 2010, 712

NWB 2010, 2037

NWB direkt 2010, 699

StB 2010, 259

StuB 2010, 551-552

StuB 2010, 558

StX 2010, 409

UR 2010, 646-652

UStB 2010, 234

UVR 2010, 231

ZKF 2010, 261-264

Jurion-Abstract 2010, 224836 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Dem Begriff der "Vermögensverwaltung" kommt umsatzsteuerrechtlich für die Unternehmerstellung einer juristischen Person des öffentlichen Rechts durch einen "Betrieb gewerblicher Art" keine Bedeutung zu.

  2. 2.

    Gestattet eine Universität als juristische Person des öffentlichen Rechts durch privatrechtlichen Vertrag das Aufstellen von Automaten gegen Entgelt, erbringt sie als Unternehmer steuerbare und steuerpflichtige Leistungen (richtlinienkonforme Auslegung von § 2 Abs. 3 Satz 1 UStG i.V.m. § 4 Abs. 1 KStG entsprechend Art. 4 der Richtlinie 77/388/EWG).

  3. 3.

    Überlässt die Universität auf öffentlich-rechtlicher Rechtsgrundlage Personal und Sachmittel gegen Entgelt, ist sie Unternehmer, wenn eine Behandlung als Nichtunternehmer zu größeren Wettbewerbsverzerrungen führen würde (richtlinienkonforme Auslegung von § 2 Abs. 3 Satz 1 UStG i.V.m. § 4 Abs. 5 KStG entsprechend Art. 4 Abs. 5 der Richtlinie 77/388/EWG).

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