BFH, 08.04.2011 - VIII B 116/10 - Die Verpachtung des Mandantenstamms einer freiberuflichen Einzelpraxis an eine vom Verpächter beherrschte Steuerberatungs-GmbH unterliegt der Gewerbesteuerpflicht; Der Mandantenstamm eines Steuerberaters kann als eigenständiges Wirtschaftsgut Gegenstand eines Pachtvertrags und Teil des Betriebsvermögens sein

Bundesfinanzhof
Beschl. v. 08.04.2011, Az.: VIII B 116/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 08.04.2011
Referenz: JurionRS 2011, 16171
Aktenzeichen: VIII B 116/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG München - 10.06.2010 - AZ: 8 K 460/10

Rechtsgrundlage:

§ 18 EStG

Fundstellen:

BFH/NV 2011, 1135

DB 2011, 1255-1256

DStR 2011, 27

KÖSDI 2011, 17495

PFB 2011, 177

StBW 2011, 533-534

StuB 2011, 430

StX 2011, 358-359

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    In der Rechtsprechung des BFH ist geklärt, dass der Mandantenstamm eines Steuerberaters als eigenständiges Wirtschaftsgut Gegenstand eines Pachtvertrags sein kann und dass es sich dabei um "den wesentlichsten und werthaltigsten" Teil des Betriebsvermögens handelt (vgl. BFH-Urteil vom 18. Dezember 1996 I R 129/95, BFHE 182, 366, BStBl II 1997, 546).

  2. 2.

    Da auch geklärt ist, dass vermietende oder verpachtende Tätigkeiten einer freiberuflichen Besitzgesellschaft im Rahmen einer freiberuflichen Betriebsaufspaltung zu Einkünften aus Gewerbebetrieb führt (z.B. BFH-Urteil vom 13. November 1997 IV R 67/96, BFHE 184, 512, BStBl II 1998, 254), hat eine Rechtssache, bei der die Verpachtung des Mandantenstamms eines Steuerberaters an eine von ihm beherrschte Steuerberatungs-GmbH als freiberufliche Betriebsaufspaltung gewertet wurde, keine grundsätzliche Bedeutung.

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