BFH, 05.11.2009 - IV R 99/06 - Anknüpfung der Änderung eines Gewinnfeststellungsbescheides hinsichtlich der Erkennbarkeit der fehlerhaften Nichtberücksichtigung eines Sachverhalts an die Person des Feststellungsbeteiligten; Stützung des erstmaligen Erlasses eines Gewerbesteuermessbescheides nach Ablauf der Festsetzungsfrist auf § 35b Abs. 1 Gewerbesteuergesetz (GewStG)

Bundesfinanzhof
Urt. v. 05.11.2009, Az.: IV R 99/06
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 05.11.2009
Referenz: JurionRS 2009, 33343
Aktenzeichen: IV R 99/06
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Düsseldorf - 26.10.2006 - AZ: 11 K 3205/05 G,F

Fundstellen:

BFHE 228, 98 - 111

AB 2010, 2

AO-StB 2010, 138

BB 2010, 921

BFH/NV 2010, 970-975

BFH/PR 2010, 267

BStBl II 2010, 593-599 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2010, 8

DB 2010, 995

DStR 2010, 9

DStRE 2010, 558-563

GmbHR 2010, 552-554

GmbHR 2010, 136

GmbH-StB 2010, 125-126

HFR 2010, 697-701

NWB 2010, 1400

NWB direkt 2010, 508

RdW 2010, 435-439

StB 2010, 142

StBW 2010, 309

StuB 2010, 326

StX 2010, 219

WISO-SteuerBrief 2010, 4

Jurion-Abstract 2009, 224668 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Die auf § 174 Abs. 3 AO gestützte Änderung eines Gewinnfeststellungsbescheides knüpft hinsichtlich der Erkennbarkeit der fehlerhaften Nichtberücksichtigung eines Sachverhalts an die Person des Feststellungsbeteiligten an.

  2. 2.

    Der erstmalige Erlass eines Gewerbesteuermessbescheides kann nach Ablauf der Festsetzungsfrist nicht auf § 35b Abs. 1 GewStG gestützt werden.

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Die Qualifikation des Vermögens als Gesellschaftsvermögen der Besitzgesellschaft und der Einkünfte aus der Vermietung oder Verpachtung dieses Vermögens als Einkünfte der Gesellschafter der Besitzgesellschaft hat bei einer mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung Vorrang vor der Qualifikation des Vermögens als Sonderbetriebsvermögen und der Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung als Sonderbetriebseinkünfte der Gesellschafter bei der Betriebsgesellschaft (BFH-Urteil vom 23. April 1996 VIII R 13/95, BFHE 181, 1, BStBl II 1998, 325).

  2. 2.

    Die Einkünfte der Besitzgesellschaft aus Vermietung und Verpachtung sind aufgrund der Betriebsaufspaltung als gewerbliche Einkünfte der Besitzgesellschaft (im Streitfall eine Grundstücksverwaltungs-GbR) zu erfassen.

  3. 3.

    Es entspricht gefestigter Rechtsprechung, dass die Anteile an der Betriebs-GmbH zum Sonderbetriebsvermögen II der Gesellschafter der Besitzgesellschaft gehören (u.a. BFH-Urteile vom 23. Juli 1981 IV R 103/78, BFHE 134, 126, BStBl II 1982, 60; vom 12. Februar 1992 XI R 18/90, BFHE 167, 499, BStBl II 1992, 723, und vom 14. September 1999 III R 47/98, BFHE 190, 315, BStBl II 2000, 255).

  4. 4.

    Ein Darlehen, das die Gesellschafter der Besitzpersonengesellschaft der Betriebs-GmbH gewähren, ist dem Sonderbetriebsvermögen II der Gesellschafter bei der Besitzpersonengesellschaft zuzuordnen, wenn das Darlehen nicht marktüblichen Bedingungen entspricht. Die Beurteilung richtet sich dabei nach den Gesamtumständen des einzelnen Falles (BFH-Urteil in BFHE 193, 354, [BFH 19.10.2000 - IV R 73/99] BStBl II 2001, 335).

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