BFH, 01.12.2010 - XI R 43/08 - Finanzielle Eingliederung i.S.d. § 2 Abs. 2 Nr. 2 S. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) einer Kapitalgesellschaft oder Personengesellschaft als Organträger einer Organgesellschaft; Erforderlichkeit einer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung einer Kapitalgesellschaft oder Personengesellschaft an einer Organgesellschaft; Mehrheitliche Beteiligung eines Gesellschafters einer Personengesellschaft an einer GmbH zum Zweck ihrer finanziellen Eingliederung; Ersetzbarkeit einer eigenen unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung einer Gesellschaft durch einen Beherrschungsvertrag oder Gewinnabführungsvertrag

Bundesfinanzhof
Urt. v. 01.12.2010, Az.: XI R 43/08
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 01.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 35493
Aktenzeichen: XI R 43/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Sachsen - 12.03.2008 - AZ: 8 K 560/05

Rechtsgrundlagen:

§ 2 Abs. 2 Nr. 2 S. 1 UStG

§ 96 Abs. 1 S. 1 FGO

Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 RL 77/388/EWG

Fundstellen:

BFHE 232, 550 - 559

AG 2011, 380-382

BB 2011, 1250-1253

BB 2011, 856

BBK 2011, 352-353

BFH/NV 2011, 935-938

BFH/PR 2011, 225-226

BStBl II 2011, 600-604 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2011, 6

DB 2011, 745-747

DStR 2011, 10

DStR 2011, 623-626

DStRE 2011, 528

DStZ 2011, 299

GmbHR 2011, 494-497

GStB 2011, 22

GStB 2011, 226

HFR 2011, 674-676

Konzern 2011, 247-251

KÖSDI 2011, 17381-17382

KSR direkt 2011, 8

NWB 2011, 1131-1132

NWB direkt 2011, 341-342

NZG 2011, 500

NZG 2011, 518-520

StB 2011, 140

StBW 2011, 349-350

StuB 2011, 357

UR 2011, 456-460

UStB 2011, 136

WPg 2011, 489-491

ZIP 2011, 710-713

Jurion-Abstract 2010, 225172 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Eine finanzielle Eingliederung i.S. des § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG setzt sowohl bei einer Kapital- als auch bei einer Personengesellschaft als Organträger eine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung der Kapital- oder Personengesellschaft an der Organgesellschaft voraus. Deshalb reicht es auch für die finanzielle Eingliederung einer GmbH in eine Personengesellschaft nicht aus, dass letztere nicht selbst, sondern nur ihr Gesellschafter mit Stimmenmehrheit an der GmbH beteiligt ist (Änderung der Rechtsprechung im BFH-Urteil vom 20. Januar 1999 XI R 69/97, BFH/NV 1999, 1136).

  2. 2.

    Das Fehlen einer eigenen mittelbaren oder unmittelbaren Beteiligung der Gesellschaft kann nicht durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ersetzt werden.

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