BAG, 23.06.2009 - 2 AZR 606/08 - Inhalt und Umfang des Weisungsrechts eines Arbeitgebers nach § 106 S. 1, 2 Gewerbeordnung (GewO); Teilnahme des Arbeitnehmers an Personalgesprächen

Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 23.06.2009, Az.: 2 AZR 606/08
Gericht: BAG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 23.06.2009
Referenz: JurionRS 2009, 21094
Aktenzeichen: 2 AZR 606/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

ArbG Hannover - 11.05.2007 - AZ: 1 Ca 82/07

LAG Niedersachsen - 03.06.2008 - AZ: 3 Sa 1041/07

Rechtsgrundlage:

§ 106 GewO

Fundstellen:

ArbRB 2009, 287

ArbRB 2009, 189 (Pressemitteilung)

AuA 2009, 483

AuA 2010, 613

AuR 2009, 267

AUR 2009, 267

BB 2009, 1525

BB 2010, 2444

DB 2009, 1991-1992

DSB 2010, 25

DVP 2011, 218

EzA-SD 19/2009, 5-6

EzA-SD 14/2009, 8-9 (Pressemitteilung)

FA 2009, 245-246 (Pressemitteilung)

FA 2010, 23

FStBay 2010, 320

JR 2010, 230

NJW 2009, 3115-3117

NJW-Spezial 2009, 674

NWB 2009, 2048

NWB direkt 2009, 710

NZA 2009, 1011-1013

Personal 2009, 54

PERSONALmagazin 2009, 52

PflR 2009, 362

PflR 2009, 543-546

RDV 2009, 224

schnellbrief 2009, 2

sis 2010, 143

StuB 2010, 40

StX 2009, 463-464

ZBVR online 2009, 25 (red. Leitsatz)

ZfPR 2010, 67-68 (Volltext mit red. LS)

ZMV 2009, 216 (Pressemitteilung)

ZMV 2010, 49-51

ZTR 2009, 600-601

Orientierungssatz:

1. Das Weisungsrecht des Arbeitgebers ist nach § 106 Satz 1, 2 GewO beschränkt auf "Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung" sowie auf "Ordnung und Verhalten im Betrieb".

2. In diesem Rahmen kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auch zur Teilnahme an Gesprächen verpflichten, in denen er Weisungen vorbereiten, erteilen oder ihre Nichteinhaltung beanstanden will.

3. Die Teilnahme an Gesprächen, die mit den im Gesetz genannten Zielen nicht im Zusammenhang stehen - zB Gespräche mit dem einzigen Ziel einer vom Arbeitnehmer bereits abgelehnten Vertragsänderung -, kann der Arbeitgeber nicht durch einseitige Anordnung zur nach § 106 GewO verbindlichen Dienstpflicht erheben.

4. Weisungen des Arbeitgebers müssen stets billiges Ermessen wahren. Das schließt die Achtung grundrechtlich geschützter Interessen, zB des Rechts des Arbeitnehmers zur Ablehnung von Vertragsverhandlungen, ein.

In Sachen

Beklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsklägerin,

pp.

Klägerin, Berufungsklägerin und Revisionsbeklagte,

hat der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 23. Juni 2009 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Fischermeier, den Richter am Bundesarbeitsgericht Schmitz-Scholemann, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Berger sowie die ehrenamtlichen Richter Söller und Löllgen für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen vom 3. Juni 2008 - 3 Sa 1041/07 - wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.

Von Rechts wegen!

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