BAG, 20.04.2011 - 5 AZR 191/10 - Formale Anforderungen an einen Widerrufsvorbehalt; Ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen; Inhaltskontrolle

Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 20.04.2011, Az.: 5 AZR 191/10
Gericht: BAG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 20.04.2011
Referenz: JurionRS 2011, 18326
Aktenzeichen: 5 AZR 191/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LAG München - 08.12.2009 - AZ: 7 Sa 584/09

Fundstellen:

BAGE 137, 383 - 387

AA 2011, 156

ArbR 2011, 272

ArbRB 2011, 229

AuA 2011, 368-369

AuA 2012, 248-249

AuR 2011, 227

AUR 2011, 227

BB 2011, 1203 (Pressemitteilung)

BB 2011, 2364-2366

BB 2011, 2431-2432

BB 2011, 1651

DB 2011, 18 (Pressemitteilung)

DB 2011, 1979-1980

DB 2011, 6

DStR 2011, 2103-2104

EBE/BAG 2011, 106-107

EzA-SD 9/2011, 7 (Pressemitteilung)

EzA-SD 14/2011, 11

FA 2011, 182 (Pressemitteilung)

FA 2011, 235

FA 2011, 243

GK/Bay 2012, 131-134

GWR 2011, 343

JR 2012, 400

MDR 2011, 13

MDR 2011, 1238-1239

NJW 2011, 8 "ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen"

NJW 2011, 2153-2155 "ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen"

NJW-Spezial 2011, 435 "Ergänzende Vertragsauslegung bei Altfällen"

NZA 2011, 8

NZA 2011, 796-797

NZG 2011, 696

PERSONALmagazin 2011, 64

RdW 2012, 52-53

schnellbrief 2011, 7-8 (Pressemitteilung)

StBW 2011, 425 (Pressemitteilung)

StBW 2011, 662-663

V&S 2011, 11

ZIP 2011, 6

ZIP 2011, 1485-1486

Amtlicher Leitsatz:

1. Ein Widerrufsvorbehalt in einer Allgemeinen Geschäftsbedingung muss seit Inkrafttreten der §§ 305 ff. BGB den formellen Anforderungen von § 308 Nr. 4 BGB genügen. Der Verwender muss vorgeben, was ihn zum Widerruf berechtigen soll.

2. Fehlt die Angabe von Widerrufsgründen in einem vor dem 1. Januar 2002 abgeschlossenen Arbeitsvertrag, kommt eine ergänzende Vertragsauslegung in Betracht.

In Sachen

Beklagter, Berufungsbeklagter und Revisionskläger,

pp.

Kläger, Berufungskläger und Revisionsbeklagter,

hat der Fünfte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der Beratung vom 20. April 2011 durch den Vizepräsidenten des Bundesarbeitsgerichts Dr. Müller-Glöge, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Dr. Laux, den Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Biebl sowie die ehrenamtlichen Richter Kremser und Ilgenfritz-Donné für Recht erkannt:

Tenor:

1. Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts München vom 8. Dezember 2009 - 7 Sa 584/09 - aufgehoben.

2. Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten der Revision - an eine andere Kammer des Landesarbeitsgerichts zurückverwiesen.

Von Rechts wegen!

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