BAG, 19.01.2011 - 3 AZR 29/09 - Beachtung einer mittelbaren Diskriminierung bei der betrieblichen Altersversorgung durch die Tarifparteien

Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 19.01.2011, Az.: 3 AZR 29/09
Gericht: BAG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 19.01.2011
Referenz: JurionRS 2011, 18317
Aktenzeichen: 3 AZR 29/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

ArbG Frankfurt am Main, 4 Ca 1567/07 vom 26.06.2007

LAG Hessen - 24.09.2008 - AZ: 8 Sa 1370/07

Rechtsgrundlagen:

Art. 151 AEUV

Art. 155 AEUV

Art. 157 AEUV

Art. 267 AEUV

§ 1 AGG

§ 2 Abs. 1 Nr. 2 AGG

§ 3 Abs. 2 AGG

§ 7 Abs. 1 AGG

Art. 23 Charta der Grundrechte der Europäischen Union

Art. 6 Abs. 3 EUV

Art. 11 EMRK

Europäische Sozialcharta Art. 6

Art. 3 Abs. 2 GG

Art. 9 Abs. 3 GG

Art. 2 Abs. 1 Buchst. b RL 2006/54/EG

Art. 23 Buchst. b RL 2006/54/EG

Art. 4 RL 2006/54/EG

Art. 5 RL 2006/54/EG

§ 10 Tarifvertrag Lufthansa-Betriebsrente für das Kabinenpersonal

§ 10 Tarifvertrag zur Vereinheitlichung der betrieblichen Altersversorgung für das Lufthansa-Kabinenpersonal

Fundstellen:

BAGE 137, 19 - 37

ArbRB 2011, 235

AuR 2011, 369

AuR 2011, 82

AUR 2011, 82

AUR 2011, 369

BB 2011, 307 (Pressemitteilung)

BB 2011, 1716

DB 2011, 10

DB 2011, 1644

EzA-SD 3/2011, 8 (Pressemitteilung)

EzA-SD 14/2011, 15

FA 2011, 86-87 (Pressemitteilung)

FA 2011, 277

JR 2013, 41

NJW 2011, 2538 "Betriebliche Altersversorgung"

NWB 2011, 1521

NWB direkt 2011, 534

NZA 2011, 860-866

SAE 2011, 245-252

StuB 2011, 768

ZIP 2011, 6

ZTR 2011, 484-486

Amtlicher Leitsatz:

Das Verbot der mittelbaren Diskriminierung wegen des Geschlechts ist auch von den Tarifvertragsparteien zu beachten. Ihnen gebührt allerdings aufgrund der Tarifautonomie eine Einschätzungsprärogative in Bezug auf die sachlichen Gegebenheiten, die betroffenen Interessen und die Regelungsfolgen sowie ein Beurteilungs- und Ermessensspielraum hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung der von ihnen getroffenen Regelungen. Dies ist bei der Prüfung, ob eine Benachteiligung wegen des Geschlechts sachlich gerechtfertigt ist, zu berücksichtigen.

In Sachen

Klägerin, Berufungsklägerin und Revisionsklägerin,

pp.

Beklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte,

hat der Dritte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 19. Januar 2011 durch die Vorsitzende Richterin am Bundesarbeitsgericht Gräfl, den Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Zwanziger, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Dr. Schlewing sowie den ehrenamtlichen Richter Dr. Kaiser und die ehrenamtliche Richterin Kanzleiter für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts vom 24. September 2008 - 8 Sa 1370/07 - wird zurückgewiesen.

Die Klägerin hat die Kosten der Revision zu tragen.

Von Rechts wegen!

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