Anlage 1 BVO, Beihilfefähigkeit wissenschaftlich nicht allgemein anerkannter Methoden

Anlage 1 BVO
Beihilfenverordnung Rheinland-Pfalz (BVO)
Landesrecht Rheinland-Pfalz

Anhangteil

Titel: Beihilfenverordnung Rheinland-Pfalz (BVO)
Normgeber: Rheinland-Pfalz
Amtliche Abkürzung: BVO
Gliederungs-Nr.: 2030-1-50
Normtyp: Rechtsverordnung

(zu § 8 Abs. 7)

  1. 1.

    Völliger Ausschluss

    Die Aufwendungen für folgende wissenschaftlich nicht allgemein anerkannte Methoden sind von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossen:

    A

    • Anwendung tonmodulierter Verfahren, Audio-Psycho-Phonologische Therapie (z. B. nach Tomatis, Hörtraining nach Dr. Volf, Audiovokale Integration und Therapie, Psychophonie-Verfahren zur Behandlung einer Migräne)

    • Atlastherapie nach Arien

    • Autohomologe Immuntherapien (z. B. ACTI-Cell-Therapie)

    • Autologe-Target-Cytokine-Therapie (ATC) nach Dr. Klehr

    • Ayurvedische Behandlungen, z. B. nach Maharishi

    B

    • Behandlung mit nicht beschleunigten Elektronen nach Dr. Nuhr

    • Biophotonen-Therapie

    • Bioresonatorentests

    • Blutkristallisationstests zur Erkennung von Krebserkrankungen

    • Bogomoletz-Serum

    • Brechkraftverändernde Operation der Hornhaut des Auges (Keratomileusis) nach Prof. Barraquer

    • Bruchheilung ohne Operation

    C

    • Chelat-Therapie

    • Colon-Hydro-Therapie und ihre Modifikationen

    • Computergestützte mechanische Distraktionsverfahren zur nichtoperativen segmentalen Distraktion an der Wirbelsäule

    • Computergestütztes Gesichtfeldtraining zur Behandlung nach einer neurologisch bedingten Erkrankung oder Schädigung

    • Cytotoxologische Lebensmitteltests

    D

    • DermoDyne-Therapie (DermoDyne-Lichtimpfung)

    E

    • Elektro-Neural-Behandlungen nach Dr. Croon

    • Elektro-Neural-Diagnostik

    • Epidurale Wirbelsäulen-Kathetertechnik nach Professor Racz

    F

    • Frischzellentherapie

    G

    • Ganzheitsbehandlungen auf bioelektrisch-heilmagnetischer Grundlage (z. B. Bioresonanztherapie, Decoderdermografie, Elektroakupunktur nach Dr. Voll, Elektronische Systemdiagnostik, Medikamententests nach der Bioelektrischen Funktionsdiagnostik -BFD-, Mora-Therapie)

    • Gezielte vegetative Umstimmungsbehandlung oder gezielte vegetative Gesamtumschaltung durch negative statische Elektrizität

    H

    • Heileurythmie

    • Höhenflüge zur Asthma- oder Keuchhustenbehandlung

    I

    • Immuno-augmentative Therapie (IAT)

    • Immunseren (Serocytol-Präparate)

    • Iso- oder hyperbare Inhalationstherapien mit ionisiertem oder nicht ionisiertem Sauerstoff/Ozon einschließlich der oralen, parenteralen oder perkutanen Aufnahme (z. B. Hämatogene Oxydationstherapie, Sauerstoff-Darmsanierung, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nach Prof. Dr. von Ardenne)

    K

    • Kariesdetektor-Behandlung

    • Kinesiologische Behandlung

    • Kirlian-Fotografie

    • Kombinierte Serumtherapie (z. B. Wiedemann-Kur)

    • Konduktive Förderung nach Petö, sofern nicht als pädagogische Maßnahme bereits von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossen

    L

    • Laser-Behandlung im Bereich der physikalischen Therapie

    M

    • Modifizierte Eigenblutbehandlung (z. B. nach Garthe, Blut-Kristall-Analyse unter Einsatz der Präparate Autohaemin, Antihaemin und Anhaemin, Orthokin-Therapie) und sonstige Verfahren, bei denen aus körpereigenen Substanzen der Patientin oder des Patienten individuelle Präparate gefertigt werden (z. B. Gegensensibilisierung nach Theurer, Clustermedizin)

    N

    • Neurotopische Diagnostik und Therapie

    • Niedrig dosierter, gepulster Ultraschall

    O

    • Osmotische Entwässerungstherapie

    P

    • Photodynamische Lasertherapie in der Parodontologie

    • Psycotron-Therapie

    • Pulsierende Signaltherapie (PST)

    • Pyramidenenergiebestrahlung

    R

    • Radiale Stoßwellentherapie

    • Regeneresen-Therapie

    • Reinigungsprogramm mit Megavitaminen und Ausschwitzen

    • Rolfing-Behandlung

    S

    • Schwingfeld-Therapie

    T

    • Thermoregulationsdiagnostik

    • Trockenzellentherapie

    V

    • Vaduril-Injektionen gegen Parodontose

    • Vibrationsmassage des Kreuzbeins

    Z

    • Zellmilieu-Therapie

  2. 2.

    Teilweiser Ausschluss

    Die Aufwendungen für folgende wissenschaftlich nicht allgemein anerkannte Methoden sind teilweise von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossen:

    • Chirurgischer Hornhauteingriff zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit durch Laser

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn

      • eine Korrektur der Fehlsichtigkeit durch Brillen oder Kontaktlinsen nach augenärztlicher oder gegebenenfalls sonstiger fachärztlicher Feststellung objektiv nicht möglich ist, in Zweifelsfällen ist ein Gutachten einzuholen, und

      • die Festsetzungsstelle die Beihilfefähigkeit des Eingriffs vorher schriftlich anerkannt hat.

    • Fokussierte Extracorporale Stoßwellentherapie (ESWT) im orthopädischen und schmerztherapeutischen Bereich

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig für die Behandlung der Tendinosis calcarea, der Pseudarthrose, der therapieresistenten Achillessehnenentzündung (therapiefraktäre Achilldynie) oder der Fasziitis plantaris.

    • Hyperbare Sauerstofftherapie (Überdruckbehandlung)

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Behandlung von Kohlenmonoxydvergiftung, Gasgangrän, chronischen Knocheninfektionen, Septikämien, schweren Verbrennungen, Gasembolien, peripherer Ischämie oder bei mit Perzeptionsstörungen des Innenohres verbundenen Tinnitusleiden.

    • Hyperthermie-Behandlung

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Geschwulstbehandlung.

    • Klimakammerbehandlungen

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig, soweit andere übliche Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg geführt haben und die Festsetzungsstelle aufgrund eines amts- oder vertrauensärztlichen Gutachtens die Beihilfefähigkeit vor Beginn der Behandlung anerkannt hat.

    • Lanthasol-Aerosol-Inhalationskur

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Aerosol-Inhalationskuren mit hochwirksamen Medikamenten, z. B. Aludrin.

    • Magnetfeldtherapie

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Behandlung von atrophen Pseudarthrosen sowie bei Endoprothesenlockerung, idiopathischer Hüftnekrose und verzögerter Knochenbruchheilung, wenn sie in Verbindung mit einer sachgerechten chirurgischen Therapie durchgeführt wird sowie bei psychiatrischen Erkrankungen.

    • Ozontherapie

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Gasinsufflationen, wenn damit arterielle Verschlusserkrankungen behandelt werden und die Festsetzungsstelle aufgrund eines amts- oder vertrauensärztlichen Gutachtens die Beihilfefähigkeit vor Beginn der Behandlung anerkannt hat.

    • Therapeutisches Reiten (Hippotherapie)

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei ausgeprägten cerebralen Bewegungsstörungen (Spastik) oder schwerer geistiger Behinderung, sofern die ärztlich verordnete und indizierte Behandlung von Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt wird. Die Leistung wird Anlage 3 lfd. Nr. 4 bis 6 zugeordnet.

    • Thymustherapie und Behandlung mit Thymuspräparaten

      Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Krebserkrankungen, wenn andere übliche Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg geführt haben.

Zu Anlage 1: Geändert durch V vom 23. 7. 2014 (GVBl. S. 147) und 6. 7. 2016 (GVBl. S. 290).

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