Unbescholtener Anwalt fordert Spiegel Online zur Klarstellung auf - dass er kein "Vater-Mörder" ist

06.02.2017410 Mal gelesen

1. Mit dem Ersuchen, klar zu stellen, dass der Verfasser der zum Tatzeitpunkt seit einem Tag 11 Jahre alte Cousin der beiden Täter war – und als solcher mit diesem Mord absolut nichts zu tun hatte und hat.

2. Nach Ansicht des Verfassers sollte es die Redaktion von Spiegel Online als Selbstverständlichkeit erachten, den irreführenden Gesamteindruck zu korrigieren, welche im Internet dadurch entstanden ist, dass man bei der Suche nach männlichen Familienmitgliedern der Familie Wisuschil zu aller erst den Verfasser findet. Und bedingt durch eine Änderung des Familien-Namens durch die Täter unmittelbar nach deren Verurteilung – diese gerade nicht mit dem  Suchbegriff „Wisuschil“ ausfindig machen kann.

 3. Da es ausweislich der einschlägigen BGH-Rechtsprechung ja das Anliegen von Spiegel Online sein muss, die Öffentlichkeit über ehemalige Täter von ehemals öffentlich besonders relevanten Kapitalverbrechen zu informieren, sollte ein solches Qualitätsmedium diesem Anspruch dann auch genügen.

4. Und da es ferner ausweislich der einschlägigen BGH-Rechtsprechung darum zu gehen hat, die ehemaligen Täter mit ihren ehemaligen Kapitalverbrechen zu konfrontieren, sollte das die Spiegel Online Redaktion dann auch machen: Und recherchieren, hinter welchem Familien-Namen sich diese ehemals rechtskräftig wegen  Mordes zum Nachteil des eigenen Vaters verbergen und wo diese auf welche Art denn heute für wen und als was tätig sind. Und dies sodann der Öffentlichkeit so mitteilen, dass diese ehemaligen Täter mit ihrer ehemaligen Tat auch konfrontiert werden: Anstatt eines unbescholtenen Anwalts, welcher der Öffentlichkeit als Vater-Mörder de facto präsentiert wird – ohne ein solcher zu sein.

5. Das ist doch der selbst erklärte Anspruch der Redaktion von Spiegel Online: Dem möge man dort nun auch genügen – und zwar von sich aus. Da der hiesige spezifische Fall Besonderheiten aufweist, welche in der bisherigen Rechtsprechung nicht zugrunde gelegt werden konnten, wird der Verfasser ggf. eine Klageoption prüfen.

6. Da jedoch die Thematik von Fake-News im Internet ohnehin gerade ein aktuelles Politikum ist, und Medien wie der Spiegel sich gegen scharfe Kritik im Hinblick auf deren Berichtsqualität konfrontiert sehen: Will der Verfasser nun sehen, welche Qualitätsansprüche man im Medien-Haus des Spiegel eigenständig denn de facto in die Tat umsetzt. Will der Spiegel als internationales Nachrichtenmedium seinen Ruf verteidigen – dann muss er hier publizistisch liefern. Ganz ohne gerichtlicher Feden.

7. Eine Klage des Verfassers wäre gerichtet auf eine – redaktionelle - klarstellende Berichterstattung jenseits von Unterlassung und Widerruf. Sodass eine Berichtspflicht derart begründet werden müsste, als dass das betreffende Medium von sich aus recherchiert und demgemäß sodann publiziert müsste. Nachdem es darauf hingewiesen wurde, dass der durch vorgängige Berichterstattung infolge der Benutzung der Internettechnik sowie spezifischer Besonderheiten des Sachverhalts einen irreführenden Eindruck zu erzeugen geeignet ist. Die Geltendmachung weiterer Ansprüche, wie etwa auf Schadensersatz, bleiben insoweit explizit vorbehalten.

8. Man müsste hier Neuland betreten. Und das auch sorgfältig vorbereiten. Gegenwärtig versucht der Verfasser sich erst einmal mit den identischen Mitteln zu verteidigen, mit denen er „angegriffen“ wurde: Nämlich im Wege der Veröffentlichung seiner Klarstellung.

© 06. Februar 2017, Wisuschil – Rechtsanwalt, Inhaber: Rechtsanwalt Andreas Wisuschil, München; E-Mail: [email protected]