SEO für Anwälte

SEO für Anwälte | anwalt24
05.03.201849 Mal gelesen
Damit Ihre Kanzlei-Website von möglichst vielen potenziellen Klienten gefunden wird, sollte sie bei passenden Suchanfragen auf hohen Positionen bei Google gelistet sein. Wie Sie dieses Ziel erreichen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Sie kennen das sicherlich aus Ihrer eigenen Erfahrung: Wenn Sie bei Google nach bestimmten Begriffen suchen, schauen Sie sich in der Regel nur die Ergebnisse auf der ersten Seite der Trefferliste an, der so genannten Search Engine Result Page (SERP). Meist bieten die verlinkten Websites schon die Antwort auf Ihre Frage, sodass es nicht nötig ist, auch noch die Websites, die auf den Seiten 2, 3 und folgenden gelistet sind, durchzuforsten.

Ähnlich verfahren auch Ihre potenziellen Mandanten, wenn sie zum Beispiel nach Informationen suchen, wie man sich bei Erhalt einer Abmahnung wegen Filesharings verhalten sollte. Findet sich Ihre Kanzlei mit einem informativen Ratgeber hier auf Seite 1 wieder, bestehen große Chancen, dass viele Nutzer so auf Sie aufmerksam werden und Sie kontaktieren. Findet man sie erst auf Seite 5, verirrt sich hingegen kaum jemand auf Ihre Kanzlei-Website.

Keyword-Analyse: Der erste SEO-Schritt

Ihr Ziel muss es also sein, mit Ihrer Kanzlei-Website nicht einfach nur im Internet vertreten zu sein, sondern dafür zu sorgen, dass Sie bei Suchanfragen, die typisch für potenzielle Klienten sein könnten, auf den SERPs Top-Positionen aufweisen. Und genau das ist das Aufgabengebiet der Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization -  kurz: SEO) einer Website.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist die erste Aufgabe, zu recherchieren, wonach Google-Nutzer, die für Sie als Klienten in Frage kommen könnten, überhaupt suchen. Hilfe hierbei bietet der kostenlose Keyword Planer von Google (https://adwords.google.de/keywordplanner). Das Tool bietet die Möglichkeit, die Anzahl der monatlichen Suchanfragen zu jeder beliebigen Suchphrase (Keyword) anzuzeigen. So erfahren Sie beispielsweise, dass monatlich im Schnitt 1.000 Nutzer nach Informationen zu „Abmahnung Filesharing“ suchen.

Mit dem Google Keyword Planer können Sie also überprüfen, was Ihre potenziellen Klienten interessiert – und zu welchen Themen es besonders lohnenswert ist, einen ausführlichen Fachartikel zu schreiben. Der Keyword Planer kann aber noch mehr. So können Sie auch anhand von vorgegebenen Begriffen nach neuen, lukrativen Keywords suchen.  Wir bleiben beim Beispiel „Abmahnung Filesharing“: Google würde Ihnen hier die Informationen liefern, dass monatlich

• 15.100 Nutzer nach „Abmahnung“,
• 1.500 Nutzer nach „Abmahnungen“,
• 460 Nutzer nach „Download Abmahnung“,
• 16.780 Nutzer nach „Abmahnwelle Filesharing“
• Und 1.020 Nutzer nach „Filesharing“ suchen.

Diese Ergebnisse liefern Ihnen wertvolle Informationen dazu, welche Themen Sie in einem Fachartikel unbedingt behandeln sollten – und ob es sich lohnt, zu einem sehr nachgefragten Thema möglicherweise einen eigenständigen Beitrag zu schreiben.

Inhalte erstellen passend zur Keyword-Analyse

Anhand der Ergebnisse der Keyword-Recherche erstellen Sie einen Plan, welche Artikel für den Start unbedingt auf Ihre Website sollten, um neue, wertige Mandanten zu gewinnen. Jeder Artikel ist dabei gleichbedeutend für eine eigene Unterseite Ihrer Kanzlei-Website. Dabei ist das Prinzip einfach: Je mehr Artikel / Unterseiten Sie Ihren Besuchern anbieten, desto höher ist die Chance, neue Besucher auf Ihre Kanzlei-Homepage zu locken. Doch damit Sie auch tatsächlich viele wertige Klienten anlocken, müssen Ihre Artikel hohe Positionen auf den SERPs ausweisen – und damit sind wir beim nächsten Aufgabengebiet der Suchmaschinenoptimierung.

Damit Ihre Artikel bei Google Top-Positionen erreichen können, ist eine hohe Qualität gepaart mit einer nutzerfreundlichen und verständlichen Sprache Voraussetzung. Google ist in den letzten Jahren immer besser darin geworden, eigenständig hochwertigen Content von weniger nützlichen Inhalten zu unterscheiden. Bei der Berechnung der Positionen auf den Ergebnisseiten nutzt der Suchmaschinen-Algorithmus 200 Faktoren – wer diese Faktoren kennt, hält den Schlüssel in der Hand, maßgeschneiderte Inhalte zu erstellen, die bei Google hohe Positionen erreichen.

Wer sich jetzt geheime Programm-Codes erhofft, mit denen man auf der Überholspur zu jedem beliebigen Begriff auf Platz 1 bei Google landet, den müssen wir leider enttäuschen. Tricksen funktioniert schon lange nicht mehr. Stattdessen gilt es den Besuchern, Google von der Qualität des Angebots zu überzeugen, indem man seine Besucher überzeugt!

Begeistern Sie die Nutzer für Ihre Website

Der wichtigste Ranking-Faktor von Google ist die sogenannte „Click Through Rate“. Gemeint ist damit der Prozentsatz der Nutzer, der bei einer Suchanfrage auf den entsprechenden Treffer in der Liste klickt. Klickt niemand auf die Website, ist das Angebot offensichtlich für diese Suchanfrage nicht relevant – und verliert in der Folge Ranking-Positionen. So lernt Google permanent, welcher Treffer am besten zu welcher Suchanfrage passt.

SEO für Anwälte! Google SERP nach Suche nach "Abmahnung" | anwalt24
Hier sehen Sie die erste Suchergebnisseite (SERP) von Google, nach der Suche nach der Phrase "Abmahnung was tun". Die Websites in der roten Box sind sogenannte „natürliche“ Treffer. Alle anderen Links sind Werbeanzeigen.

Sie können die Click Through Rate verbessern, indem Sie die Nutzer zum Klicken auf Ihre Website animieren. Google zeigt auf seinen Ergebnisseiten sogenannte Snippets (Schnipsel) an. Diese bestehen in der Regel aus drei Elementen:

• Dem Titel
• Der URL
• Der Meta Description

Auf die ersten beiden Elemente haben Sie direkten Einfluss. Google übernimmt in beiden Fällen den Titel und die URL, die Sie auf Ihrer Website für jeden Beitrag /Unterseite vorgegeben haben. Viele Content Management-Systeme, wie beispielsweise die beliebte Lösung Wordpress, erstellenstandardmäßig neue URLs, die einfach nur aus Zahlen bestehen, also beispielsweise „www.musterseite.de/?=123“. Solch eine URL lädt natürlich nicht gerade zum Anklicken ein. Hier sollte der Nutzer stattdessen direkt erfahren, welche Informationen ihn dort erwarten.

Der Titel ist entscheidend

Noch wichtiger als die URL ist der Titel einer Website. Nur ein Beispiel: Worauf würden Sie eher klicken:

1) Übersicht Handlungsempfehlungen Abmahnung
2) Abmahnung erhalten? Was jetzt zu tun ist!

Der Titel einer Website sollte also unbedingt zum Klicken animieren und den Nutzer neugierig auf das Angebot machen.

Hinweis: Die Länge eines Titels sollte 55 Zeichen (ohne Leerzeichen) nicht überschreiten. Ansonsten wird der Titel von Google automatisch beschnitten.

Der dritte Bestandteil eines Snippets ist die sogenannte „Meta Descprition“. Das ist ein kurzer Beschreibungstext, in dem die Google-Nutzer erfahren, welchen Inhalt die Website zu bieten hat. Sie können mit Ihrem Homepage-Baukasten oder Lösungen wie Wordpress eine eigene Meta Description erstellen und dafür einen Text verfassen, der den Inhalt zusammenfasst und gleichzeitig zum Anklicken einlädt. Die Länge dieses Textes sollte 156 Zeichen nicht überschreiten – ansonsten wird der Text von Google automatisch abgeschnitten.

Hinweis: Google kann die von Ihnen vorgegebene Meta Description verwenden, muss es jedoch nicht. In vielen Fällen zeigt Google in der Description einen Auszug aus Ihrer Website an, in dem die Suchbegriffe auftauchen. Diese werden dann fett markiert dargestellt.

Haben Sie Ihren „Snippet“ aufgehübscht und Google-Nutzer auf Ihre Kanzlei-Website gelockt, gilt es diese mit Ihrem Content zu überzeugen. Viele relevante Ranking-Faktoren drehen sich nämlich um die Reaktionen der Besucher auf Ihrer Website. Dazu zählen beispielsweise die

Absprungrate:
Gemeint ist der prozentuale Anteil der Nutzer, die Ihre Website schon nach wenigen Sekunden wieder verlassen. Zum Beispiel, weil sie nicht den Inhalt gefunden haben, den sie gesucht haben, oder weil sie Ihre Website unübersichtlich finden.

Time on site:
Je länger sich die Nutzer auf Ihrer Website aufhalten, desto interessanter ist offensichtlich der Inhalt für sie. Ihre Texte sollten also ausführlich sein. Aber keine Bleiwüsten – die schrecken ab! Präsentieren Sie Ihren Lesern Ihre Inhalte lieber häppchenweise, indem Sie mit Gliederungen, Aufzählungen, Tabellen und Zwischenüberschriften arbeiten. Auch Bilder und Grafiken sind hilfreich!

Seitenimpressionen pro Sitzung:
Dieser Wert gibt an, wie viele Seiten die Nutzer auf Ihrer Website pro Sitzung aufrufen. Die Logik dahinter: Klicken die Nutzer auf interne Links und schauen sich mehrere Seiten an, ist das Angebot offensichtlich hochwertig. Steigern Sie diesen Wert, indem Sie zwischen Ihren Artikeln Querverweise einbauen und so die Nutzer animieren, sich auch andere Artikel anzuschauen.

Social Signals:
Google analysiert, wie viele Besucher Ihrer Websites Ihr Angebot via Facebook, Google+ oder Twitter weiterempfehlen. Je höher die Empfehlungsrate, desto besser ist Ihr Angebot. Steigern Sie diesen Wert, indem Sie den Besuchern Ihrer Kanzlei-Homepage die Möglichkeit bieten, Ihre Seiten mit einem Klick direkt über die sozialen Medien weiterzuempfehlen.

Neben diesen Faktoren sind auch sogenannte Backlinks für das Ranking Ihrer Seiten wichtig. Gemeint ist damit, wie viele andere Websites auf Ihre Website verlinken – um diese weiterzuempfehlen. Um solche Backlinks aufzubauen, ist es beispielsweise hilfreich, Bloggern kostenlose Gastartikel anzubieten – im Gegenzug für einen Link auf Ihre Website.

SERP-Domination: Alle Wege führen zu Ihnen

Während diese Form der Suchmaschinenoptimierung darauf zielt, eine Website in den Google-Ergebnislisten möglichst weit nach oben zu transportieren, geht ein anderer Ansatz noch weiter. Bei der SERP-Domination ist das Ziel, nicht nur eine Position auf der ersten Ergebnisseite zu besetzen, sondern die ersten vier oder fünf. Wenn das erreicht ist, kanalisieren Sie faktisch alle Google-Nutzer mit dieser Suchphrase zu Ihrem Web-Angebot.

Um die SERP zu dominieren genügt jedoch nicht nur eine gut rankende Website. Zusätzlich flankieren Sie hierbei das Angebot durch relevante Profileinträge – zum Beispiel bei anwalt24 und Gelbe Seiten. Wenn es Ihnen dann auch noch gelingt, mit einem eigenen Aufsatz zum Thema in den Google News zu landen, beispielsweise, indem Sie für ein Online-Magazin einen Gastbeitrag schreiben, haben Sie das Ziel erreicht: Sie dominieren die SERP!