So gewinnen Kanzleien online Mandanten

So gewinnen Kanzleien online Mandanten | anwalt24
07.02.201833 Mal gelesen
Wer einen guten Handwerker oder Facharzt in seiner Umgebung sucht, fragt seine Freunde und informiert sich im Internet. Nicht anders verhält es sich bei der Suche nach einem empfehlenswerten Fachanwalt.

Ein Beispiel: Jeden Monat geben rund 300 Personen bei Google die Suchbegriffe „Scheidungsanwalt Berlin“ ein. Potenzielle Mandanten, die Kanzleien nur gewinnen können, wenn sie online vertreten sind. Diese Übersicht zeigt, welche vielfältigen Möglichkeiten professionelles Online-Marketing für Anwälte bietet.

Wer mit seiner Kanzlei online nicht zu finden ist, verliert jeden Monat potenzielle neue Mandanten. Der Grund ist simpel: Viele Verbraucher informieren sich im Internet, welche Kanzleien und Anwälte in der Region für ihr Anliegen in Frage kommen. Klassische Informationsmedien wie die „Gelben Seiten“ haben im Gegensatz dazu nur noch eine geringe Bedeutung. Um in die Vorauswahl zu kommen, sollten Kanzleien also unbedingt präsent sein. Und dafür brauchen sie nicht einmal zwingend eine eigene Website.  

Gefunden werden mit Google My Business

Google bietet Unternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern die Möglichkeit an, kostenlos einen Eintrag bei Google My Business vorzunehmen. Hierbei können Anwälte ihre Kanzlei in zwei, drei Sätzen vorstellen, Öffnungszeiten eintragen, sich mit Fotos präsentieren, eine Telefonnummer angeben und gegebenenfalls auch auf die eigene Website für weiterführende Informationen verlinken. Beim Marketing für Anwälte darf solch ein Eintrag inzwischen nicht mehr fehlen, denn die Liste der eingetragenen Firmen wird bei passenden Google-Suchanfragen schon auf der ersten Seite eingeblendet – also sehr prominent!

Ein Eintrag bei Google My Business bietet Kanzleien gleich mehrere Vorteile:

•    Potenzielle Mandanten, die allgemein nach einem Fachanwalt suchen, werden auf die Kanzlei aufmerksam.
•    Potenzielle Mandanten, die sich online über die Kanzlei informieren können, finden so ein entsprechendes Angebot – auch ohne Kanzlei-Website.
•    Eingetragene Kanzleien können auch über die Umgebungssuche bei Google Maps  gefunden werden. So steigt der Bekanntheitsgrad der Kanzlei.

Es gibt also viele gute Gründe, dass Sie sich mit Ihrer Kanzlei bei Google My Business präsentieren. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen in einem separaten Artikel ausführlich.

Website als Kanzlei-Visitenkarte

Während Sie bei der Online-Präsentation Ihrer Kanzlei bei Google My Business auf einen kurzen Text und eine Handvoll Bilder beschränkt sind, bietet eine eigene Kanzlei-Website deutlich vielfältigere Möglichkeiten. Hier können Sie Ihre Kanzlei, das Team, Ihre Referenzen und Ihr Tätigkeitsgebiet ausführlich vorstellen. Wer online neue Mandanten gewinnen will, kommt um eine eigene Kanzlei-Website nicht herum, denn viele Personen, die Anwälte online suchen, erwarten von potenziellen Geschäftspartnern einen professionellen Auftritt. Und das kann nur eine eigene Website bieten. Hier können Sie die Frage beantworten, warum genau Ihre Kanzlei der richtige Ansprechpartner für den Nutzer ist.

Viele Kanzleien, die bislang noch nicht online sind, begründen dies damit, dass die Erstellung einer Internetpräsenz zu teuer oder zu aufwändig sei. Insbesondere kleine Anwaltskanzleien mit geringem Budget entscheiden sich deshalb gegen eine eigene Homepage.  Tatsächlich jedoch lässt sich eine repräsentative Website auch kostengünstig innerhalb kürzester Zeit umsetzen. Möglich machen das Baukasten-Lösungen, mit denen man auch ohne technisches Vorwissen ansprechende Ergebnisse erzielen kann. Welche Lösungen hierbei zur Auswahl stehen, zeigen wir Ihnen im Artikel „So erstellen Sie eine Kanzlei-Homepage“ ausführlich.

Sollten Sie noch mit sich ringen, ob eine eigene Website für Ihre Anwaltskanzlei wirklich Sinn macht,  hilft Ihnen eine separate Checkliste bei der Entscheidungsfindung.

Mit Google AdWords gefunden werden

Wer mit einer Suchmaschine wie Google nach Begriffen wie „Verkehrsrechtsexperte Köln“ sucht, macht sich selten die Mühe, auch noch die Ergebnisse auf den Seiten 2, 3 und folgenden durchzublättern. Da Google bereits auf der ersten Seite jede Menge relevante Treffer liefert, halten es die meisten Anwender gar nicht mehr für nötig, auf den hinteren Seiten zu prüfen, ob auch dort auf weitere nützliche Websites verwiesen wird.

Wollen Sie mit Ihrer Kanzlei Mandanten gewinnen, die einen Anwalt online suchen, müssen Sie also auf der ersten Ergebnisseite nach einer Google-Suche prominent vertreten sein. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen im Artikel „SEO für Anwälte“  ausführlich. Neben den Lösungen, die in diesem Artikel beschrieben werden, gibt es auch noch eine Art Überholspur, die Sie garantiert auf die erste Seite bringt: eine sogenannte AdWords-Anzeige.

Google AdWords nennt sich das Werbenetzwerk von Google. Neben den natürlichen Treffern bei einer Suchanfrage blendet Google auch Werbeanzeigen ein, die vor allem für nicht versierte Internetnutzer kaum von den gewöhnlichen Treffern unterschieden werden können. Das sind die sogenannten AdWords-Anzeigen.

Die angezeigten AdWords-Anzeigen passen thematisch immer zu den Suchanfragen.  Das ist kein Zufall, denn bei der Buchung solcher Anzeigen können Sie vorgeben, bei welchen Suchbegriffen Ihre Werbung eingeblendet wird. Zusätzlich legen Sie auch noch eine Gebotshöhe fest. Google versteigert nämlich die Werbeplätze, die zur Verfügung stehen. Das heißt: Gibt ein Nutzer bei Google „Experte für Arbeitsrecht in Hamburg“ ein, überprüft Google in Echtzeit, wer für diese Suchbegriffe (Keywords) Anzeigen geschaltet hat und wer bereit ist, am meisten zu zahlen. Die „Best-Bieter“ erhalten dann die prominentesten Werbeplätze. Wer zu wenig geboten hat, geht hingegen leer aus. Bezahlt werden muss übrigens nur dann, wenn jemand auf eine Anzeige klickt. Nicht jedoch schon dafür, dass sie überhaupt eingeblendet wird.

Wie Sie für Ihre Kanzlei-Website AdWords-Anzeigen buchen können, erklären wir Ihnen in einem separaten Online-Ratgeber Schritt für Schritt.  

Mit der Kanzlei auf Facebook Präsenz zeigen

Beim sozialen Netzwerk Facebook denken viele wohl eher an private Profile als an Anwaltskanzleien, die sich online präsentieren wollen. Tatsächlich kann es sich aber für eine Kanzlei lohnen, auf Facebook präsent zu sein, um neue Mandanten zu gewinnen. Überzeugen wird Sie schon eine einzige Zahl: 27 Millionen. So viele Deutsche nutzen Facebook aktiv. Vor allem die Generation der 14-39-Jährigen ist beim sozialen Netzwerk sehr aktiv. Kein Wunder also, dass inzwischen viele Unternehmen eine eigene Facebook-Seite erstellt haben und regelmäßig mit neuen Inhalten füllen.

Im Vergleich zu einer eigenen Website bietet Facebook deutlich bessere Möglichkeiten, um mit anderen zu kommunizieren.  So wird die Kommentarfunktion auf gewerblichen Seiten häufig dazu genutzt, um mit einem Unternehmen in Kontakt zu treten. Wer dann schnell und informativ auf solche Anfragen reagiert und zudem noch regelmäßig lesenswerte Inhalte veröffentlicht, macht sich auf Facebook schnell einen guten Namen – und vergrößert seine Bekanntheit, indem er von anderen Nutzern weiterempfohlen wird.

Um kurzfristig viele wertvolle Mandanten zu finden, die Anwälte online suchen, ist Facebook eher nicht geeignet. Wohl aber dafür, die eigene Reputation langfristig zu verbessern, indem man seine Beratungskompetenz und seine Mandantennähe unter Beweis stellt. Wie Facebook-Marketing für Anwälte in der Praxis funktionieren kann, zeigen wir Ihnen in einem gesonderten Artikel  ausführlich.  

Video-Marketing: Warum YouTube für Kanzleien attraktiv ist

Die größte und wichtigste Suchmaschine hinter Google ist nicht etwa Yahoo oder Bing: Es ist das Videoportal YouTube – das ebenfalls zum Google-Imperium gehört. YouTube ist bei den Nutzern so beliebt, weil es zu jedem erdenklichen Thema relevante Video-Clips bereitstellt, die andere Nutzer hochgeladen haben. Beliebt ist das Video-Portal unter anderem für seine Praxis-Ratgeber: So können sich die Anwender beispielsweise im Video erklären lassen, wie sie am besten Laminat verlegen. Das ist komfortabler, als sich einen ellenlangen Text durchlesen zu müssen!

Die hohen Nutzerzahlen machen YouTube auch für Kanzleien, die online Mandanten gewinnen wollen, interessant. Dabei beschränken sich die Möglichkeiten nicht nur darauf, die eigene Kanzlei mit einem professionellen Image-Video vorzustellen. Stattdessen bietet YouTube auch die Chance, sich als Kapazität in seinem Fachgebiet einen Namen zu machen. Voraussetzung hierfür ist, sich regelmäßig mit informativen Videobeiträgen zu Wort zu melden.

Ohne Zweifel ist das Thema Video-Marketing keines, was beim Einstieg ins Internet als erstes auf der Agenda stehen sollte. Allerdings bietet es die Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzusetzen, denn hierzulande – anders als in den USA – nutzen nur sehr wenige Anwälte und Kanzleien dieses Marketing-Instrument. Wie Sie es in der Praxis einsetzen können, zeigen wir Ihnen im Praxis-Ratgeber „Video-Marketing für Anwälte".

Reputations-Management

Beim Thema Marketing für Kanzleien darf auch das Reputations-Management nicht vergessen werden. Man kann sich online noch so professionell, kompetent und mandantenfreundlich präsentieren: Wenn den Google-Nutzern als Erstes mehrere negative Bewertungen anderer Mandanten entgegenspringen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, ein Mandat zu erzielen, rapide. Deshalb gilt es, bestmöglich dafür zu sorgen, dass die eigene Kanzlei möglichst nur mit positiven Bewertungen in Verbindung gebracht wird. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten zufriedene Mandanten dazu animiert werden, positive Bewertungen online zu verfassen. Bei negativen Bewertungen gilt es zudem zu prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, diese löschen zu lassen. Wie das funktioniert, lesen Sie im Artikel  „Reputations-Management: So feilen Sie am Kanzlei-Image“.