Wird vermitteltes Derivategeschäft als Absicherung einer Anleihe Grundlage eines Schadensersatzprozesses gegen europäische Banken?

26.01.2009540 Mal gelesen

Nach Angaben des Handelsblattes vom Montag, 26. Januar 2009 hat die Stadt Mailand insgesamt vier Banken auf Schadenersatz verklagt, die der Stadt Derivate als Absicherung für eine Anleihe verkauft haben. Unter den betroffenen ist auch die Deutsche Bank.

 

In der Klage soll es über einen Anspruch von insgesamt 1,7 Millarden Euro gehen. Die Stadt Mailand hatte über diesen Betrag Anleihen abgeschlossen und diese durch Derivate abgesichert. An der Anleihe haben die vier Banken nach Berechnungen der Mailänder Finanzpolizei, so das Handelsblatt, insgesamt 96 Mio. Euro an Kommissionen verdient, während das Geschäft einen Verlust von ca. 300 Millionen Euro aufweist.

 

So oder auf ähnlichem Wege haben durch hochriskante Zinsderivate Kommunen, Gemeinden und Private auch in Deutschland erhebliche Verluste erlitten. Denn anders, als durch die vermittelnde Bank prognostiziert, hat die zugrunde liegende Spekulation nicht zu der erwarteten Entlastung geführt, sondern aufgrund der tatsächlichen Zinsentwicklung erhebliche finanzielle Löcher in den Kassen hinterlassen.

 

In diesem Zusammenhang hatte das Landgericht Würzburg die Deutsche Bank bereits verurteilt, den Würzburger Stadtwerken aufgrund mangelhafter Aufklärung über die riskante Geldanlage Schadensersatz zu zahlen. Durch die getätigten Zinswetten haben die Unternehmen mehr als vier Millionen Euro verloren. Auch wenn der Stadt ein Mitverschulden angerechnet wurde, so konnte dies als erster Schritt gewertet werden, den die Gerichte in ihren Entscheidungen als Richtschnur betrachten werden.

 

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