MS Vega Spinell und die Insolvenz: Wann können betroffene Anleger Schadensersatz fordern

MS Vega Spinell und die Insolvenz: Wann können betroffene Anleger Schadensersatz fordern
14.02.2013427 Mal gelesen
Der Schiffsfonds MS Vega Spinell hat unter einer Insolvenz zu leiden. Anleger können Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung prüfen lassen, wenn sie befürchten, dass sie seinerzeit falsch beraten wurden.

Auch im Februar 2013 steigt die Zahl der unter Insolvenzen leidenden Schiffsfonds weiter an. Am 13.02.2013 wurde bei dem Schiffsfonds MS Vega Spinell im Rahmen des Insolvenzantragsverfahrens die Verwaltung des Vermögens auf den vorläufigen Insolvenzverwalter übertragen. Bereits zuvor hatte die Schiffsbeteiligung mit einer finanziellen Schieflage zu kämpfen.

 

Angesichts der aktuellen Problematik stellt sich für Anleger des Schiffsfonds MS Vega Spinell die Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten ihnen offenstehen. Eine vom Insolvenzverfahren unabhängige Option ist die Überprüfung von Schadensersatzansprüchen aufgrund falscher Anlageberatung. Beratungsfehler sind angesichts hoher Anforderungen an eine ordnungsgemäße Anlageberatung in der Praxis keine Seltenheit.

 

Grob umrissen müssen bei einer ordnungsgemäßen Anlageberatung zuerst die Wünsche des Anlegers von den Beratern erfasst werden. Erst dann kann von den Beratern eine diesen Wünschen entsprechende Kapitalanlage ausgewählt werden (anlegergerechte Beratung). In einem nächsten Schritt müssen die Berater umfassend über die Kapitalanlage informieren: Wie funktioniert das Anlagemodell und welche Risiken bestehen? Die Berater dürfen also nicht nur die Vorteile und Chancen eines Finanzprodukts anpreisen, sie müssen auch über Risiken aufklären (anlagegerechte Beratung).

 

Da ein Schiffsfonds von unternehmerischem Erfolg abhängig ist, bestehen neben dem jetzt eingetretenen Insolvenzrisiko noch weitere Risiken, wie zum Beispiel das Verlustrisiko, die Betriebsrisiken oder den ungeregelten Zweitmarkt, der keine jederzeitige problemlose Verfügbarkeit des Geldes erlaubt. Auch handelt es sich bei einem Schiffsfonds wie dem Fonds MS Vega Spinell um eine Gesellschaft mit einer komplexen rechtlichen Struktur und nicht einfach um eine „Kapitalanlage“. Weiterhin muss der Emissionsprospekt den Anlegern rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden sein und sie müssen zutreffend über Provisionen ins Bild gesetzt worden sein.

 

Diese oder ähnliche Pflichten können bei einer Anlageberatung verletzt worden sein. Ob Schadensersatzansprüche bestehen und wie erfolgreich diese durchgesetzt werden können, kann anhand des konkreten Beratungsgesprächs ermittelt werden. Anleger des Schiffsfonds MS Vega Spinell, die wissen möchten, ob ihnen Schadensersatzansprüche zustehen und inwieweit diese durchsetzbar sind, können sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen und ihre individuellen Chancen ermitteln lassen.

 

Weitere Informationen über Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen:

www.schiffsfonds.eu

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

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