Multi Advisor Fund I GbR: Haftung der Gründungskommanditisten für arglistige Täuschung der Anleger durch beauftragte Anlagevermittler

28.09.20093382 Mal gelesen
Berlin, den 28.09.2009: Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte vertritt eine Reihe von Anlegern, die für ihre Altersvorsorge eine Gesellschaftsbeteiligung an dem Multi Advisor Fund I erworben hat. Aufgrund jüngster Entscheidungen der Oberlandesgerichte (OLG) sehen wir gute Chancen, unsere Mandanten vor unberechtigten Einlagennachforderungen zu schützen.  
Oberlandesgerichte decken Falschberatung und Schädigung der Anleger auf
Sowohl das OLG München (Urteil vom 26.01.2009, Az.: 21 U 3291/08) als auch das OLG Karlsruhe (Urteil vom 03.07.2009, Az.: 14 U 51/08) haben mit ihren Entscheidungen festgestellt, dass die Multi Advisor Fund I GbR und deren Vertrieb den Zweck hatten, die Anleger zu schädigen und sich auf deren Kosten zu bereichern.
Das OLG München ist in seinem Urteil zu dem Ergebnis gekommen, dass der für den Vertrieb des Fonds verantwortliche Michael Turgut seine Berater bewusst unzureichend schulte, damit diese bei der Vermittlung des Multi Advisor Fund I den Kunden keine Risiken benennen konnten. So wurden die Anleger durch eine Falschberatung zur Zeichnung der Geldanlage veranlasst.
In einem jüngsten Urteil hat das OLG Karlsruhe deshalb festgestellt, dass für die Schädigung der Anleger nicht nur der Vertrieb, sondern die Multi Advisor Fund I GbR selbst verantwortlich sei. Im Einzelnen führt das Gericht dazu aus:
 
Gründungsgesellschafter müssen über Risiken der Geldanlage aufklären
Die Gründungsgesellschafter einer Publikumsgesellschaft bürgerlichen Rechts sind gegenüber neu eintretenden Gesellschaftern verpflichtet, sachlich richtig und vollständig über das mit einem Beitritt verbundene Risiko aufzuklären. Besonders perfide war bei der Vermittlung dieser Geldanlage im Übrigen, dass sie vorzugsweise an Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion mit z.T. unzureichenden deutschen Sprachkenntnissen vermittelt wurde und so die Vermittler relativ leicht über die Fondsbeteiligung täuschen konnten.
 
Keine Haftungseinschränkung
Die Gründungsgesellschafter können die gegenüber den neu eintretenden Gesellschaftern geltenden Einschränkungen des allgemeinen Grundsatzes der Haftung aus Verschulden bei Vertragsverhandlungen, die sich aus den Besonderheiten der Publikumsgesellschaft hergeleiten, nicht in Anspruch nehmen.
 
Vermittler sind Erfüllungsgehilfen der Gründungsgesellschafter
Die zur Werbung von Anlegern beauftragten Vermittler und die von diesen eingesetzten Untervermittler sind Erfüllungsgehilfen der Gründungsgesellschafter.
 
Ansprüche des geschädigten Anlegers
Täuscht der Vermittler arglistig über die Fondsbeteiligung kann der geschädigte Anleger den Wert der Beteiligung im Kündigungszeitpunkt als Abfindungsguthaben von der Fondsgesellschaft fordern. Seine Rechte erschöpfen sich indessen bei einer vorsätzlichen Täuschung des Vermittlers über die Fondsbeteiligung nicht in diesem Recht gegen die Fondsgesellschaft. Hat der Vermittler zur Finanzierung der Fondsbeteiligung auch einen Darlehensvertrag vermittelt, kann der Anleger diesen anfechten, wenn die Täuschung auch für dessen Abschluss kausal war. Außerdem kann er einen Schadensersatzanspruch aus vorsätzlichem Verschulden bei Vertragsschluss gegen die kreditgebende Bank geltend machen, die sich das täuschende Verhalten des Vermittlers zurechnen lassen muss.
Nach dem Grundsatz der Naturalrestitution ist der geschädigte Anleger letztlich so zu stellen, wie er ohne die Täuschung gestanden hätte.
 
Unser Angebot
Anleger des Multi Advisor Fund I sollten prüfen lassen, inwieweit eine Chance besteht, bereits eingezahltes Geld von der Multi Advisor Fund I GbR oder seinem Vertrieb zurückzufordern.
Wir prüfen für 50 Euro sowohl Ihre Ansprüche als auch die Erfolgsaussichten Ihres Falles und sagen Ihnen, welche Kosten bei der Durchsetzung Ihrer Rechte auf Sie zukommen.
Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage.
 
Referenz
Wir sind eine der von der „Wirtschaftswoche“ im Jahre 2009 ausgewiesenen „Top-Anlegerschutzkanzleien“. Unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht vertreten bundesweit geschädigte Kapitalanleger.