Commerzbank Hybrid Anleihe - wurde diese Anlage 2006 ohne Verkaufsprospekt an die Bankkunden verkauft?

19.06.2009895 Mal gelesen

Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die Commerzbank AG im Herbst 2006 die Commerzbank Hybrid Anleihe WKN: CK4578 verkauft hat, ohne die entsprechenden Verkaufsprospekte an ihre Berater ausgegeben zu haben. Sämtliche von den derzeit vertretenen Mandaten haben zum Abschlusszeitpunkt im Jahr 2006 keinen Verkaufsprospekt durch den Bankberater erhalten. Damit wurde den Anlegern die Chance genommen, sich anhand des Wertpapierprospektes darüber zu informieren, ob der Bankberater der Commerzbank AG richtige Informationen über die Anlage gegeben hat.

In der Vielzahl der vertretenen Mandanten durch die Rechtsanwaltskanzlei Leipold & Coll. wurden den Bankkunden erst nach persönlichem Anschreiben in den vergangenen Monaten ein entsprechender Wertpapierprospekt ausgehändigt.

Gem. der derzeitigen Rechtsprechung hätte sich die Commerzbank AG dadurch bereits einen Beratungsfehler zu schulden kommen lassen, der für einen Schadensersatzanspruch ausreicht.

Auffallend ist auch immer wieder, dass überwiegend ältere Kunden zum Abschluss mit der angeblichen Sicherheit der Anlage bewegt worden sind.

In den vorliegenden Fällen wurde außerdem nicht darauf hingewiesen, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt mit 100 % Verlustrisiko. Nicht nur der Kapitalerhalt hängt an der Bonität der Commerzbank AG, sondern auch die angepriesenen Zinszahlungen in Höhe von zunächst 5,25 %. Weist die Commerzbank AG wie derzeit keinen Gewinn in Ihrer Bilanz aus, bleiben die Zinszahlungen ersatzlos aus. Im Falle einer Insolvenz würde es sich bei dem eingelegten Geld, sogar um Nachrrangkapital handeln, weil es sich dabei bilanztechnisch um Eigenkapital der Commerzbank AG handelt.

Verschwiegen wurde auch die Tatsache, dass die Anleger keinerlei Kündigungsrecht haben. Sollten die Anleger frühzeitig an Ihr Geld wollen, bleibt nur der Verkauf über den freien Markt zum aktuellen Marktwert. Dieser befindet sich aber bereits seit längerem weit unter dem eingesetzten Kapital.

Bei der Prüfung der mandatierten Fälle wurde in allen Fällen festgestellt, dass weder eine anlegergerechte noch eine anlagegerechte Beratung stattgefunden hat. Beides führt gemäß der gängigen Rechtsprechung des BGH zu Schadensersatzansprüchen gegenüber der vermittelnden Bank.


Betroffenen Anlegern wird daher empfohlen, Ihre Unterlagen bei einem spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen zu lassen und im Wege der Rückabwicklung ihr eingesetztes Kapital zurück zu verlangen.

 
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