Banken müssen Anleger bei der Vermittlung einer Geldanlage über einschlägige Pressekritik aufklären

18.11.2008768 Mal gelesen

Berlin, den 18.11.2008: Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte informiert Sie über ein Urteil des XI. Senats des Bundesgerichtshofes zur Aufklärungspflicht der Bank gegenüber ihren Kunden bei der Vermittlung von Geldanlagen.

 
Die Bank verdient immer mit
Wer sein Geld bei der Bank anlegen möchte, der erwartet von dem beratenden Bankangestellten, dass er ihm ein seinen Wünschen und Möglichkeiten entsprechendes Produkt anbietet. Den wenigsten Bankkunden ist allerdings bewusst, dass auch die Bankangestellten, wie jeder Finanzberater und –vermittler, nicht nur das Wohl ihrer Kunden, sondern mindestens ebenso das Interesse ihrer Bank und damit ihr eigenes Wohl vor Augen haben. Das führt dazu, dass dem Kunden oft auch ungefragt Geldanlagen angeboten werden, die weder besonders ertragreich noch sicher für ihn sind.
 
Die Bank muss aufklären
Finanz- und Anlageexperten bewerten regelmäßig in der Wirtschaftspresse die auf dem Markt befindlichen Anlageprodukte. Sobald von ihnen nur irgendwo eine positive Bewertung oder gar Empfehlung vorgenommen wird, darf man sicher sein, dass die Bank ihre Kunden darüber werbend informiert. Doch nicht jedes Produkt ist es wert, erworben zu werden und so fällt nicht jedes Urteil positiv aus.
Doch auch wenn eine Kritik den Verkauf eines Anlageproduktes erschwert, die Bank muss den potentiellen Anleger in ihrer Beratung auf deutliche Pressekritik an der empfohlenen Kapitalanlage hinweisen. Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil vom 07.10.2008, Az.: XI ZR 89/07, die Verpflichtung der Bank festgestellt, die „anerkannte“ Wirtschaftspresse auf aktuelle Informationen über ihre Anlageprodukte auszuwerten. Sollten dort „zeitnah und gehäuft“ negative Berichte veröffentlicht werden, dann müsse die Bank ihren Kunden davon unterrichten.
 
Welche Presse muss die Bank berücksichtigen?
Die Richter des Bundesgerichtshofes zählen zu der „anerkannten“ Wirtschaftspresse z.B. die „Börsen-Zeitung“, „Financial Times Deutschland“, „Handelsblatt“ oder „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Die so genannten Brancheninformationsdienste müssten die Banken dagegen normalerweise nicht im Blick haben, da dies zu einer „uferlosen, kaum erfüllbaren Ausweitung der Pflichten von Anlageberatern“ führen würde. Habe die Bank aber Kenntnis von kritischen Berichten, müsse sie ihre angebotenen Anlageprodukte noch einmal prüfen.
 
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