Dramatische Verluste bei Swap-Geschäften auf Basis Euro – türkische Lira

30.10.2008590 Mal gelesen

Die Finanzkrise wirkt sich selbstverständlich auch auf exotische Geschäfte wie Zins-Währungs-Swaps auf Basis von Euro zu türkischer Lira aus. Nach Angaben der von den Rechtsanwälten Leipold & Coll. vertretenen Investoren hat sich in den letzten Wochen ein Verlust im zweistelligen Prozentbereich verwirklicht.

Dabei wurde genau dies durch das Kreditinstitut im Rahmen der Beratung als ausgeschlossen bezeichnet, da nach Einschätzung des Institutes die Tatsache, dass gegenläufige Bewegungen der Zinsen zu einer Währungsschwankung das Risiko extrem minimieren würden. Eine solche Prognose kann sich hören lassen, ist aber bei genauer Betrachtung schlichtweg falsch.

Tatsächlich sollte sich jeder Kunde den Sinn eines Swapgeschäfts vor Augen halten. Es geht darum, einen Bonitätsvorteil gegen entsprechende Honorierung abzugeben. Die eine Seite erhält für die Weitergabe ihrer Bonität einen Gegenwert, die andere Seite profitiert von geringeren Zinszahlungen. Grundsätzlich handelt es sich, aufgrund des teilweise unüberschaubaren Risikos um ein hoch spekulatives Finanzprodukt, das zur Absicherung im privaten Bereich nicht geeignet ist und zum Totalverlust der Einlage führen kann.

Geschädigte sollten prüfen lassen, ob sie verständlich und vollständig aufgeklärt wurden. Der Anleger muss über alle Umstände, die für seine Entscheidung von wesentlicher Bedeutung sind, insbesondere über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken zutreffend, verständlich und vollständig aufgeklärt werden. Die „Strategie“ des Anlegers ist in einem sogenannten Analysebogen festzuhalten. Dort ist das Geschäft entsprechend der gewählten Analyse zu suchen und nicht, wie dies oft geschieht, durch eine nachträgliche Analyse entsprechend dem abgeschlossenen Hochrisikogeschäft, dieses nachträglich zu „heilen“.

Darüber hinaus ist zu prüfen, ob nach dem AGB Gesetz das gesamte Geschäft unwirksam ist. Die dargestellten Klauseln zur Zinsberechnung könnten für Durchschnittskunden die Zahlungsverpflichtung aus dem Geschäft nicht erkennbar machen. Der Verwender von Allgemeinen Geschäftsbedingungen hat aber die Rechte und Pflichten möglichst klar und durchschaubar dazustellen und auf die Verständnismöglichkeiten des Durchschnittskunden Rücksicht zu nehmen. Eine solche undurchsichtige Klausel führt zur Unwirksamkeit des gesamten Vertrages

Sollte Ihnen ein Swapgeschäft als eine sichere Möglichkeit der Geldanlage dargestellt worden sein, empfiehlt es sich, die Ansprüche prüfen lassen. Oftmals wurden Verlustrisiken heruntergespielt und der Kunde vertraute auf die angeblich besondere Sachkenntnis des Bankberaters.

 

Für Fragen zum Thema Anleihe wenden Sie sich bitte an die

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Rechtsanwalt Michael A. Leipold

 

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