Multi Advisor Fund I GbR - MAF

08.07.20082388 Mal gelesen

Die Multi Advisor Fund I GbR ist eine Gesellschaftsbeteiligung, die mit erheblichen Risiken verbunden ist.

 Der Vertrieb der Gesellschaftsbeteiligungen wurde von der Ravena AG und von Michael Turguts IFF AG, besser bekannt als Futura Finanz GmbH & Co KG, vorgenommen. Michael Turgut hatte sich mit seiner Firma bereits beim Vertrieb der Göttinger Gruppe und der Frankonia einen Namen in der Vermittlerbranche gemacht und viele Kleinanleger mit zum Teil problematischen Vertriebsmethoden zum Abschluß einer atypisch stillen Beteiligung zur Altersvorsorge gebracht.
 
Bereits das Emissionsprospekt der Multi Advisor Fund I GbR warnt, es handle sich bei dieser Vermögensanlage um ein Produkt "nur für erfahrene Anleger, da eine solche Beteiligung die finanzielle Fähigkeit und Bereitschaft voraussetzt, die mit ihr verbundenen Risiken zu akzeptieren“. Dieses Konzept verspricht einerseits hohe Gewinne, gibt aber andererseits keine Garantie dafür, dass die Investistionsstrategie oder Ziele der Fondsgesellschaft erreicht werden oder dass die Gesellschafter ihr investiertes Kapital zurückerhalten, geschweige denn Gewinne erzielen. Im Gegenteil: Im Prospekt wird auf ein Totalverlustrisiko hingewiesen.
 

Sicherlich sind bei Investmentfonds und Unternehmensbeteiligungen wie auch bei Immobiliengeschäften Verluste möglich, aber ein Totalverlust entfaltet andere Dimensionen.

 

Trotzdem oder gerade deshalb wurde diese Fondsbeteiligung an Kleinanleger vertrieben, die wenig bis gar keine Erfahrungen in derartigen hochriskanten Investitionen hatten.

IFF- Vorstand Turgut erklärte in einer Pressemitteilung im Dezember 2005, jeder Arbeitnehmer müsse aufgefordert werden, privat für das Rentenalter vorzusorgen. Eine mögliche Absicherung sei der Multi Advisor Fonds, in den man selbst mit kleinen Beträgen investieren könne und der eine sinnvolle Altersversorgung für eine breite Schicht von Anlegern darstellt. Diese Aussage ist gerade deshalb so bedenklich, weil es eine Altersversorgung für die breite Masse nicht gibt. Vielmehr muss diese auf die individuellen finanziellen Möglichkeiten und Bedürfnisse zugeschneidert werden.
 

Weiter fällt ins Gewicht, dass eine drastische Gebührenlast auf den Anleger abgewälzt wird.

Es fällt zunächst eine ungewöhnlich hohe Vermittlungsprovision auf. Diese beläuft sich auf rund 12 % des von den Anlegern zu zahlenden Gesamtbetrages.

Hinzu kommt eine Art Marketinggebühr von weiteren 0,58 % des gesamten Vertragsumfanges.

Die Herausgeberin des Fonds, die Europe Securities Invest SECI GmbH Wertpapierhandelsbank, eine Tochterfirma der Privatbank Reithinger, erhält weitere 0,8 %, die mit Eingang der Einmaleinlage fällig werden. Ferner werden dem Anleger eine Betreuungsvergütung in Höhe von 1,2 % und weiter 2 % der laufenden jährlichen Einnahmen in Rechnung gestellt.

Die sich in der Insolvenz befindliche Privatbank Reithinger beanspruchte ihrerseits weitere 1,3 % des gezeichneten Gesellschaftskapitals zuzüglich Umsatzsteuer für die Geschäftsführung und weitere 0,1 % des durchschnittlich verwalteten Vermögens für die Führung der Depotkonten.

Ob es vor einem solchen Hintergrund überhaupt im nennenswerten Umfang zu Investitionen gekommen ist, bleibt zweifelhaft.

Wir können hier nur warnen und bieten Ihnen an, Ihre Fondsbeteiligung persönlich unter die Lupe zu nehmen!

Schadensersatzsansprüche wegen Fehlberatung können gegenüber den Vertriebsgesellschaften geltend gemacht werden. Weiter bestehen Prospekthaftungsansprüche gegen Gründungsgesellschafter, Initiatoren oder andere prospektverantwortliche Personen. Allerdings müssen derartige Ansprüche rasch erhoben werden, weil diese einer kurzen Verjährungsfrist unterliegen.