Lukrative Gefühlsmasche im Netz - Der moderne Heiratsschwindler sucht sich seine weiblichen Opfer im Internet:

07.04.2013556 Mal gelesen
Lukrative Gefühlsmasche im Netz! Der moderne Heiratsschwindler sucht sich seine weiblichen Opfer im Internet: "Love Scamming" heißt es neudeutsch. Die enttäuschten Gefühle kann man nicht retten, aber vielleicht das ins Ausland überwiesene Geld.

Der moderne Heiratsschwindler sucht sich seine Opfer im Internet: Es werden dann die Gefühle gutgläubiger Menschen ausgenutzt. Um sich beim potenziellen Opfer interessant zu machen, lasen sich die gut-aussehenden Scammer ungewöhnliche Lebensgeschichten zulegen. Sie wollen immer einen seriösen Eindruck hinterlassen. Denn dann kommt die Frage nach Geld! 
Die Täter sitzen in Internetcafés in Westafrika und versuchen, unter falschem Namen das Vertrauen und das Geld von Frauen zu erschleichen. 

Für Deutschland beziffern Experten den jährlichen Schaden mit etwa 280.000 Millionen US-Dollar.  

Das "Programm Polizeiliche Kriminalprävention", eine Einrichtung des Bundes und der Länder, hat festgestellt,  dass die Betrüger es aktu-ell vor allem auf ausländische Ausweispapiere abgesehen haben. Sie bitten ihre Opfer, ihnen Kopien von Pass und Reisepass zu schicken – mit der Erklärung, ein gemeinsames Konto eröffnen zu wollen. So können leicht Ausweise gefälscht werden, warnen die Experten. 

In anderen Fällen würden Opfer gebeten, afrikanische Schecks und Zahlungsaufträge auf das eigene Bankkonto einzureichen, mit der Be-gründung, das sei in Westafrika nicht möglich. 

Den größten Teil des Schecks sollen die Opfer per Bargeldtransfer über MoneyGram oder Western Union wieder nach Westafrika über-weisen. Einen kleinen Rest dürfen sie für sich behalten.

Problem: Die Schecks sind Rückschecks, für deren Rückzahlung an die Bank die Kontoinhaber verantwortlich sind. Dem Opfer droht eine Strafanzeige wegen Betruges.

Auch eigene Zahlungen nach Wechsel von Euro in englische Pfund o.ä. werden erwartet. Es kann hierbei eine Rettung des finanziellen Schadens geben, weil Banken, Sparkassen und Volksbanken eine Legitimationsprüfung des jeweiligen Kontoinhabers durchführen müs-sen. Dahinter steht der Begriff der formellen Kontoklarheit. Erfolgt dies nicht, so kann sich das Geldinstitut schadenersatzpflichtig machen. Erfahrungen zweigen gute Erfolge in außergerichtlichen Verhand-lungen mit Banken, Sparkassen und Volksbanken.

 

In Europa hilft die EU-Zahlungsrichtlinie für den Bankverkehr. Leider ist im Geldüberweisungskomplex das Geldwäschegesetz gerade erheblich verschärft worden. Schon ab 1000 Euro sind umfassende Ermittlungen im Geldtransfer und bei der Annahme von Geldern zu beachten.

Betroffene sollten sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapital-anlagerecht beraten lassen, welche möglichen Rettungsmaßnahmen es gibt. Die enttäuschten Gefühl können nicht gerettet werden, vielleicht aber das Geld!