Skimming mit der „Libanesischen Schlinge“ – Geschädigte können ihre Bank trotz Anscheinsbeweis beanspruchen

26.03.2013447 Mal gelesen
Berlin, den 26. März 2013. Skimming – die Manipulation von Geldautomaten mit Kartenschlitzattrappen, Tastaturaufsätzen oder Minikameras – ist inzwischen ein weltweites Problem. Ist die PIN ausgespäht, dann fehlt den Tätern nur noch die Karte. Um diese zu erlangen, hilft ihnen die „Libanesische Schlinge“. Wir helfen diesen Opfern, wenn die Banken meinen, ihre Kunden seien selber schuld.

Der Fall
Unsere Mandantin wollte an einem Geldautomaten in Kapstadt mit ihrer Kreditkarte Geld abheben. Nach Eingabe der PIN trat eine Störung auf, der Vorgang wurde abgebrochen und der Geldautomaten „verschluckte“ die Kreditkarte. Während unsere Mandantin telefonisch versuchte den Verlust anzuzeigen und die Karte sperren zu lassen, kamen zwei Personen, um angeblich selbst Geld abzuheben. Dabei versperrten sie die Sicht auf den Automaten und entfernten sich nach wenigen Minuten.
Bei der telefonischen Sperrung verbrachte unsere Mandantin geraume Zeit in der Warteschleife. Als die Bankmitarbeiterin in Deutschland die Karte endlich gesperrt hatte, fehlten bereits über 3.000 € von ihrem Konto.
Die Täter waren offenbar mit der in Fachkreisen unter dem Namen „Libanesische Schlinge“ angewendeten Methode erfolgreich. Dabei wird der Kartenschlitz des Geldautomaten derart manipuliert, dass die Kredit- oder ec-Karte durch eine Schlinge oder einen Haken blockiert und nicht mehr an den Karteninhaber ausgegeben wird. Die PIN-Eingabe wird währenddessen  durch eine Minikamera abgefilmt und sofort z.B. per Bluetooth an die Täter übermittelt. Diese gehen dann zum Automaten und geben vor, Geld abheben zu wollen. Die Karte des Opfers wird sodann herausgezogen und für Abhebungen genutzt. Von alledem merken die Geschädigten nichts.

Unser Erfolg für unseren Mandanten 
Zurück in Deutschland verweigerte die Bank unserer Mandantin unter Hinweis auf den Anscheinsbeweis den Schadensausgleich und warf ihr grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit ihrer PIN vor.
Wir konnten den Anscheinsbeweis durch die Darstellung eines alternativen Geschehensablaufs erschüttern. Außerdem verwiesen wir die Bank darauf, dass das kartenausgebende Kreditinstitut seinen Kunden gegenüber verpflichtet ist, ihnen die unverzügliche Kartensperrung zu ermöglichen.
Im Ergebnis gelang es uns, für unsere Mandantin den vollen Schaden von der Bank ersetzt zu bekommen. Auch die durch unsere Beauftragung entstandenen Kosten wurden in voller Höhe von der Bank ausgeglichen.

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